Bilz zu Gast auf der Rochsburg

Nach den Ideen des Naturheilkundlers konnten Besucher gestern im Schlosshof den Gaumen mit gesunder Kost, die Füße mit einer Massage und die Sinne beim Blick auf das malerische Muldental verwöhnen.

Rochsburg.

Gerald Karte ist bekannt als Bauamtsleiter von Lunzenau. Als solcher war er gestern auf der Rochsburg aber nicht im Dienst. Vielmehr bot der leidenschaftliche Imker eigenen Honig im Schlosshof an. Dort fand gestern der 14. Tag der Gesundheit statt. Gewidmet ist der dem Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz, der im heutigen Peniger Ortsteil Arnsdorf geboren wurde. Penig, Burgstädt und Lunzenau haben sich zur Bilz Gesundheits- und Aktivregion zusammengeschlossen und tragen den Gesundheitstag reihum aus.

Traditioneller Beginn ist der Bürgermeisterwettkampf. Diesmal war gutes Zielen gefragt, denn Lars Naumann (Burgstädt), Thomas Eulenberger (Penig) und Ronny Hofmann (Lunzenau) maßen sich im Bogenschießen. "Zum letzten Mal habe ich als Kind mit Pfeil und Bogen geschossen, natürlich mit einem einfachen Spielgerät, noch nie mit so einem Sportgerät. Am besten getroffen hat Lars Naumann", sagte der Lunzenauer Stadtchef. Er freue sich, dass sich wieder so viele an der Veranstaltung beteiligten.

Neben gesunden Brotaufstrichen gab es unter anderem Marmeladen, Eier und Eierprodukte, Kräuter, Brot und Säfte für die Besucher an den Verkaufsständen. Mit einem Angebot der besonderen Art wartete Margit Aurich, Gästeführerin im Heimat- und Verkehrsverein Rochlitzer Muldental, auf. Sie hatte einen mobilen Barfußweg mitgebracht und bot denen, die über Sand, Kies, Tannenzapfen aber auch Rosenblätter gelaufen waren, eine Fußmassage an. "Das tut unheimlich gut und fühlt sich an wie drei Wochen Urlaub", sagte Heike Schulze aus Mühlau. Wie Margit Aurich betonte, seien dieses Wohlbefinden und die Stimulierung aller Sinne auch umgesetztes Bilz'sches Gedankengut. Auf viel Bewegung an frischer Luft hatten die Organisatoren des Gesundheitstages gesetzt. So startete am Vormittag unter anderem eine Wandergruppe nach Cossen zum Sühnekreuz. Mittags trafen Radfahrer, geführt vom Burgstädter Joachim Zwinscher, im Schlosshof ein. Losgefahren in Burgstädt, nutzten sie die Pause, um sich zu stärken und umzuschauen. "Wir sind durch eine schöne Landschaft gekommen und auch durch Arnsdorf", sagte Peter Brandt, der seine Enkel Lukas (7) und Leon (10) mitgebracht hatte. "Die haben ordentlich in die Pedale getreten, obwohl es ganz schön bergig war", so Christine Kußmann. Die 79-Jährige hatte schon beim Start einige Kilometer in den Beinen, denn sie kommt aus Limbach-Oberfrohna. "Und dahin muss ich dann, wenn wir nach Burgstädt fahren, auch wieder zurück. So 50 bis 60 Kilometer werden schon zusammen kommen", sagte sie. Zwarlasse sie sich unterstützen, denn sie fahre ein E-Bike. "Aber treten muss man auch bei dem." Ehe es an die Rückfahrt ging, führte Zwinscher seine Truppe durch das Schloss. "Und euch erkläre ich dann, wie früher hier die Ritter gekämpft haben", sagte er zu den Jungs, die sich erst einmal eine Limonade schmecken ließen.


Der Vater der volkstümlichen Naturheilkunde

Friedrich Eduard Bilz wurde am

12. Juni 1842 in Arnsdorf, heute ein Stadtteil von Penig, geboren. Nach Lehre und Wanderschaft ließ er sich 1860 als Webergeselle in Meerane nieder. Die schlechten Arbeitsverhältnisse griffen seine Gesundheit an.

Anfang der 1870er-Jahre begann Bilz, nach verständlichen Anleitungen zu gesunder Lebensweise und Krankenbehandlung zu suchen und trat dem "Verein für Gesundheitspflege und Naturheilkunde" bei. Dort sammelte er Ideen auch Ideen zu sozialer Gerechtigkeit sowie naturbelassener Gesundheitslehre und probierte auch vieles aus.

Im Frühjahr 1888 brachte er ein naturheilkundliches Lehrbuch auf den Markt ("Bilz, das neue Heilverfahren"), das reißendem Absatz fand. Bilz wird auch als Vater der volkstümlichen Naturheilkunde bezeichnet. (bp)

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