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DanielaBerthold - Kämmerin inBurgstädt

Foto: Toni Söll

"Der Wechsel war überfällig"

Die neue Kämmerin von Burgstädt spricht über Sparfüchse und Bürokratie

erschienen am 13.01.2018

Burgstädt. Generationswechsel in der Kämmerei des Rathauses Burgstädt. Daniela Berthold übernimmt das Amt von Michael Eulitz, der aber noch nicht in den Ruhestand geht. Bettina Junge sprach mit der 41-jährigen.

Freie Presse: Nach 22 Jahren gibt es einen Amtswechsel. Doch Herr Eulitz geht nicht freiwillig. Was ist passiert?

Daniela Berthold: Die Doppelfunktion Kämmerer und Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsverwaltung - KWV - war ursprünglich eine Übergangslösung. Rechtsaufsichtsbehörde und Kommunalberatungsgesellschaften hatten schon seit geraumer Zeit darauf hingewiesen, dass es Interessenskonflikte gibt. Deshalb war der Schritt überfällig. Im Vorgriff auf das Einschreiten von Aufsichtsbehörden wurde nun der Wechsel veranlasst. Herr Eulitz ist jetzt hauptamtlich Geschäftsführer und ich habe seine Stelle als Kämmerer übernommen.

Worin bestand der Interessenkonflikt?

Bei Rechnungen der Wohnungsverwaltung an die Stadt und umgekehrt zum Beispiel gab es mögliche Konflikte. Herr Eulitz musste sowohl die Interessen der Stadt als auch der Wohnungsgesellschaft vertreten. Kritiker könnten ihm vorwerfen, dass er dadurch eine Seite benachteiligen könnte. Herr Eulitz hat immer das Vertrauen des Bürgermeisters, der Verwaltung und des Stadtrates genossen. Das bleibt auch weiterhin so.

Was kann sich Burgstädt 2018 leisten?

Die Stadt steht auf soliden Beinen. Wir wollen Straßen und Brücken bauen, den neuen Hort mit 80 Plätzen errichten sowie Stadtsanierungs- und Entwicklungsprogramme fortführen. An Schulen, Turnhallen und weiteren kommunalen Objekten sind Instandhaltungsarbeiten geplant.

Als Sie 1995 im Rathaus angefangen haben, sah es nicht so rosig aus. Damals drohte die Insolvenz. Was hat sich geändert?

Eine Insolvenz war nie Thema. Aber es gab eine schwierige Haushaltssituation, wie in vielen Gemeinden kurz nach der Wende. Grund dafür waren die hohen Kredite und die damit verbundenen Rückzahlungsverpflichtungen sowie die Investitionen, welche dringend notwendig waren. Seit 1995 wurden Schulden abgebaut und Kredite getilgt.

Hat sich die Stadt kaputtgespart?

Nein. Sparen stand und steht im Vordergrund. Trotzdem können wir uns vieles leisten, wie das Sportzentrum am Taurastein mit einem modernen Schwimmbad. Im nächsten Jahr ist der Kredit hierfür vollständig getilgt. Damit werden künftig mehr Mittel für zusätzliche Investitionen frei. Das sind jährlich 533.000 Euro, die bisher gezahlt werden mussten.

Burgstädt ist in der Verwaltungsgemeinschaft auch für Taura und Mühlau verantwortlich. Beide Orte können sich kaum noch was leisten, weil Geld fehlt. Was muss sich ändern?

Die finanzielle Ausstattung der Kommunen durch den Landkreis und den Freistaat geht immer mehr zurück. Die Kommunen müssen aber dafür immer mehr Aufgaben erfüllen. Deshalb reicht das Geld nicht. Wünschenswert wären höhere Investitionspauschalen sowie weniger überregulierte Förderprogramme. Die Bürokratie bei der Vergabe von Fördermitteln muss abgebaut werden, damit die Kommunen wieder stärker investieren können. Die Politik ist somit gefordert.

In Claußnitz hat die Kämmerin hingeschmissen, weil sie den teuren Bau der Turnhalle nicht mittragen wollte. Würden Sie das in ähnlicher Situation erwägen?

In Burgstädt und Taura habe ich da keine Bedenken. Dort konnte immer konstruktiv mit dem Stadt- oder Gemeinderat eine Lösung innerhalb der finanziellen Möglichkeiten gefunden werden. In Mühlau ist es sicher so, dass der Neubau der Kindertagesstätte und die damit verbundene Kreditaufnahme schwer zu verkraften sein werden. Größere Investitionen in den nächsten Haushaltsjahren können wohl nicht gestemmt werden. Ich würde nicht hinhauen. Ich will gemeinsam mit Mühlau das Problem meistern.

 
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