Eltern erstreiten bessere Busverbindung für ihre Kinder

Für Schüler aus Peniger Ortsteilen, die am Rochlitzer Gymnasium lernen, gibt es nun eine zusätzliche Beförderungsmöglichkeit nach dem Unterrichtsende um 15 Uhr. Andere Wünsche bleiben offen.

Penig/Rochlitz.

"Seit 2013 kämpfen wir schon, haben es jedes Jahr aufs Neue versucht. Jetzt endlich ist eine Lösung gefunden, mit der wir leben können." Kerstin Käseberg, Mutter dreier Kinder aus Langenleuba-Oberhain, ist im Großen und Ganzen zufrieden. Gemeinsam mit anderen Eltern aus ihrem Ortsteil sowie aus Wernsdorf und Niedersteinbach, deren Kinder das Rochlitzer Gymnasium besuchen, hatte sie sich mit einer Petition an den Landkreis und die zuständigen Verkehrsunternehmen gewandt. Es war ein langwieriger Kampf um einen zumutbaren Schulweg, der sich nun offenbar gelohnt hat - auch wenn nicht alle Wünsche der Eltern und Schüler erfüllt werden konnten.

Unter anderem wollten die Eltern erreichen, dass nachmittags ein Bus ins Dorf fährt und nicht an der früheren Bundesstraße 175 in Langenleuba-Oberhain in Richtung Elsdorf abbiegt. Dadurch würde der Schulweg für die Kinder kürzer und sicherer werden. Das soll nun ab neuem Schuljahr der Fall sein.

Wie der Ausschuss des Kreistags in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen und Regiobus festgelegt hat, könne den Schülern eine zusätzliche Beförderungsmöglichkeit nach Unterrichtsende um 15 Uhr angeboten werden. Umgesetzt werde sie in zwei Schritten. So ist vorgesehen, bis zum Schuljahresende am 29. Juni die Erweiterung der Buslinie 661, die um 15.10 Uhr in Rochlitz startet und in Lunzenau endet, aufrecht zu erhalten. Bedeutet: Der Bus wendet in Lunzenau und fährt über Elsdorf nach Langenleuba-Oberhain. Dabei müssen die Schüler nicht umsteigen, sondern können über Lunzenau bis Langenleuba-Oberhain durchfahren. "Die Schüler sparen so 18 Minuten Zeit", argumentieren Ausschuss und Regiobus. Ab 13. August, also mit Beginn des neuen Schuljahres, werde der Bus der Linie 661 - zunächst befristet bis 15. Februar 2019 - dann zehn Minuten später als bisher, also erst 15.20 Uhr, ab Rochlitz fahren. Die Fahrt 15.48 Uhr entfalle dadurch, da eine Zusammenlegung dieser Linien erfolge. Dadurch treffe der Bus zeitgleich mit dem Bus der Linie 664 an der Umstiegshaltestelle Oberelsdorf zusammen. Zur Sicherung des Anschlusses, so wurde es festgelegt, muss der Gegenbus an der Umstiegshaltestelle auf die Linie 661 warten. "Ich hoffe, das klappt in der Praxis auch", sagt Kerstin Käseberg. Der Ausschuss hat dem Verkehrsunternehmen jedoch zugebilligt, diese "aufwendige Linienverknüpfung" wieder rückgängig zu machen, falls das Angebot nicht ausreichend genutzt werde und die Schülerzahlen zu gering seien.

Enttäuscht sind die Eltern darüber, dass keine Lösung für die morgendliche Busbeförderung gefunden werden konnte. Das habe bis 2013 schon mal besser geklappt, als noch ein Zubringertaxi eines anderen Busunternehmens fuhr, sagt Kerstin Käseberg. Denn die Busfahrt am Morgen beginnt bei der Linie 607 erst in der Dorfmitte. Die zuvor im Unterdorf liegenden Bushaltestellen "Neue Häuser" und "Pappeln" werden im Gegensatz zum Nachmittag nicht angefahren. Laut Käseberg müssen die Eltern somit weiterhin ihre Kinder früh individuell zur Haltestelle Langenleuba-Oberhain, Abzweig Jahnshain, bringen. Der Verkehrsverbund könne diesem Wunsch nicht entsprechen, da das unzumutbare Beförderungszeiten für andere Schüler zur Folge hätte, die bereits in Penig zusteigen.

Gut findet Kerstin Käseberg hingegen, dass an einigen Haltestellen Warnschilder "Achtung Kinder" aufgestellt wurden. Das trage zur Erhöhung der Sicherheit bei.


Kommentar: Kompromiss gefunden

Dass Eltern ihre Kinder auf einem sicheren Schulweg wissen wollen und für eine optimale Lösung kämpfen, ist verständlich. Zumal die Schülerbeförderung - wie Eltern schildern - bis 2013 in den betroffenen Peniger Ortsteilen schon mal besser geklappt hat. Demgegenüber steht aber auch, dass angesichts des Bevölkerungsrückgangs die Busunternehmen rechnen und abwägen müssen, wo Zugeständnisse gemacht werden können und wo nicht. Der Hartnäckigkeit einiger Eltern ist es zu verdanken, dass sie zumindest einen Teilerfolg erzielen konnten. Nun muss dieser auch Bestand haben.

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