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Mit schwerem Gerät laufen im Wechselburger Schlosspark die Aufräumarbeiten. Über 40 Bäume sind gefallen.Zahlreiche Kronen sind so beschädigt, dass sie ebenfalls gekappt werden müssen.

Foto: Mario HoeselBild 1 / 2

"Es ist einfach momentan zu gefährlich"

Die Revierleiter warnen vor Folgen von Sturmtief Friederike für den Wald. Das Aufräumen hat begonnen. Es zieht sich aber über Monate hin.

Von Rita Türpe und Claudia Dohle
erschienen am 10.02.2018

Rochlitz. Fast überall hängen noch abgebrochene Spitzen in den Baumkronen, die schon ein kleiner Windstoß herunterfallen lassen kann. Halb entwurzelte Bäume können nach dem Auftauen des derzeit gefrorenen Bodens endgültig ihren Halt verlieren. "Das kann ohne jede Vorwarnung passieren", sagt Revierförster Stefan Scholz. In den Wäldern um Rochlitz lauern auch reichlich drei Wochen nach dem Wüten von Sturmtief Friederike noch jede Menge Gefahren, warnt er.

An einen Sturm, der mit solcher Wucht in der Region gewütet hat, könnten sich nicht einmal die über 60 Jahre alten Waldarbeiter erinnern, sagt Scholz. Rund 8000 Bäume, davon allein etwa 2000 im Rochlitzer Bergwald, sind im Staatsforst um Rochlitz und Mittweida umgestürzt oder geborsten.

Vor allem Fichten, Lärchen, Douglasien und Kiefern hat der Sturm gefällt. Der nasse Boden bot den Wurzeln zu wenig Halt, und größtenteils lieferten die Nadeln auch noch Angriffsfläche für den Orkan, erklärt der Förster. Die Holzmenge entspreche etwa 150 Prozent des üblichen jährlichen Einschlags, sagt er. Die Masse und dass der Windbruch verteilt im gesamten Revier liege, mache das Aufarbeiten schwierig. Überdies würden die Firmen jetzt überall gebraucht. Das Aufräumen habe begonnen, sei aber nicht von heute auf morgen zu schaffen.

Der Rochlitzer Bergwald und alle anderen Forstgebiete sollten deshalb auch ohne Sperrschilder außerhalb der großen und sichtbar beräumten Straßen und Wege nicht betreten werden. Begonnen wurde laut Scholz mit dem Beseitigen des Windbruchs im sogenannten Schäfereiwald bei Milkau und im Gepülziger Wald.

Dabei bestätigte sich, dass ein Großteil des Holzes nur noch als minderwertiges Industrieholz, etwa für Spanplatten oder die Papierherstellung, taugt. Glück im Unglück ist es laut Scholz, dass rund um Rochlitz kaum größere Kahlflächen entstanden sind. In Revieren um Colditz etwa seien die Schäden noch gravierender.

Im Forstbezirk Chemnitz sind wegen der Sturmschäden immer noch viele Wälder gesperrt. "Dort, wo der Sturm am meisten gewütet hat, gilt ein generelles Verbot, damit sind dann auch die Waldwege gemeint. Es ist einfach momentan zu gefährlich", sagt Sprecherin Marion Uhlig. Der Forstbezirk Chemnitz umfasst Flächen von Siebenlehn bis Glauchau.

"Leider sind einige unbelehrbar und gehen trotz des Verbotes in den Wald", sagt Uhlig. Die Menschen seien respektloser gegenüber den Revierleitern geworden, ignorierten Warnbänder und Verbotsschilder. Aber man könne nicht überall Schilder aufstellen, denn die Revierleiter und Mitarbeiter der acht Landes- und fünf Privat- und Körperschaftswaldreviere hätten momentan dringendere Aufgaben zu erledigen, nämlich die Aufnahme der Schäden und deren Beseitigung.

Marion Uhlig mahnt: Wer sich nicht mit Waldwirtschaft auskenne, unterschätze die derzeitige Gefahr. Die Begutachtung der Wälder wird dauern. Das Fällen und die Beseitigung des Holzes auf den Hauptwegen sollen laut Uhlig bis Mai geschafft sein.

"Es muss so schnell wie möglich geschehen, am besten bis zum Frühjahr. Denn sonst müssen wir befürchten, dass der Borkenkäfer zuschlägt", sagt Marion Uhlig. Die Aufräumarbeiten im gesamten Forstgebiet Chemnitz würden sich vermutlich noch bis Ende des Jahres hinziehen.

 
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