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Natalie Kindler kann aufatmen.

Foto: Marion Gründler

Junge Mutter erhält nach vier Monaten Elterngeld

Natalie Kindler hat vom Jugendamt endlich einen Bescheid erhalten. Doch für die Harthaerin heißt es weiter zu kämpfen.

Von Marion Gründler
erschienen am 05.12.2017

Hartha. Natalie Kindler kann aufatmen: Seit wenigen Tagen erhält die 19-jährige Mutter aus Hartha Elterngeld. Seit Mitte Juli hatte sie darauf gewartet. Seit August stand der kleinen Familie mit Sohn Joey und Partner Marcus finanziell das Wasser bis zum Hals.

Jetzt zeichnet sich eine Besserung ab. "Der Bescheid ermöglicht zudem endlich eine Weiterbearbeitung meines Antrages auf Wohngeld. Denn der lag auf Eis, solange ich keinen Bescheid für Elterngeld vorweisen konnte", erklärte die gebürtige Frankenbergerin.

Ihr sei bewusst gewesen, dass die Bearbeitungsfrist für Elterngeld bis zu acht Wochen betragen könne. Dass letztendlich daraus vier Monate wurden, habe ihr und ihrem im Juni geborenen Sohn schwer zu schaffen gemacht.

In dem Bescheid sei ihr zugleich angekündigt worden, so die gelernte Verkäuferin, dass das Basiselterngeld ab Januar von 300 auf 224 Euro sinken werde. Auf telefonische Nachfrage im Fachbereich Jugend und Familie des Landratsamtes beschied man der jungen Frau, dass sie sich ausschließlich schriftlich äußern solle. Das will Natalie jetzt tun.

"Ich möchte mit meinem Kind gern anderthalb Jahre zu Hause bleiben, bis Joey stabil und bereit für die Krippe ist. Weshalb mir aber das Basiselterngeld schon ab Januar gekürzt werden soll, ist mir unverständlich." Vermutlich seien die 1500 Euro netto, die ihr Partner als Kraftfahrer nach Hause bringe, schon zu viel. Sie selbst habe vor der Geburt nur eine Ausbildungsvergütung erhalten.

Das Basiselterngeld berechne sich anhand des Einkommens, teilte Landkreissprecher André Kaiser auf Anfrage der "Freien Presse" mit. "Das Elterngeld beträgt 65 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Bei einem Einkommen von im Schnitt unter 1200 Euro erhöht sich der Prozentsatz stufenweise. Mindestens werden 300 Euro monatlich gewährt." Natalie Kindler hofft, mit ihrem Einspruch wenigstens den Basisbetrag zu erhalten: "Habe ich es bis hierher geschafft, sollte auch das noch gelingen."

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 05.12.2017
    19:34 Uhr

    Einspruch: Wenn die Ämter alle so genau arbeiten, wieso bekommen dann andererseits Leute (Steuer)-Geld hinterhergeschmissen, die nicht mal wissen, woher sie kommen und wie alt sie sind?

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  • 05.12.2017
    11:02 Uhr

    Steuerzahler: Da scheinen Leute im Amt zu sein, die nicht begreifen, dass sie für die Bürger da sein sollten und nicht umgedreht! Die Betroffenen müssten viel schneller Druck machen, zum Anwalt gehen und sich nicht abspeisen lassen. Man hat den Eindruck, für die Bürger wird es immer schlimmer.

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