Tausende strömen auf Rochlitzer Schloss

Zum Kunsthandwerkermarkt sind weniger Besucher gekommen als in den Vorjahren. Am Verkehrskonzept mit genügend Parkplätzen an der Mulde wollen die Veranstalter aber festhalten.

RochlitZ.

Es ist kalt und verregnet, und dennoch strömen die Menschen zum Rochlitzer Schloss. "Das stört uns gar nicht. Außerdem war ich noch nie hier", erklärt Simone Böhler aus Mittweida. Die 37-Jährige schlenderte mit Ehemann und Sohn gestern über den vierten Kunsthandwerkermarkt. Laut Veranstalter waren am Wochenende weniger Gäste als in den Vorjahren gekommen. "Wir gehen von mehr als 2000Besuchern aus", sagt Cheforganisator Andreas Wolf aus dem thüringischen Berga, der übers Jahr verteilt 28 solcher Märkte in Mitteldeutschland auf die Beine stellt.

"Das Wetter ist Dreh- und Angelpunkt. Trotzdem kommen wir im nächsten Jahr wieder", stellt der 50-Jährige klar. Wie die Besucher liebe er in der Muldestadt das einzigartige Ambiente: "Wer hier herkommt, will die mehr als 80 Händler und Künstler erleben und das Schloss besichtigen." An beiden Tagen fanden Führungen durch das mehr als 1000-jährige Gemäuer statt, die auch Michael Kreskowsky übernahm. "Wir zeigen Räumlichkeiten, die sonst nicht zugänglich sind. Dazu gehören der Dachboden und die Türmerstube", erklärt der freiberufliche Museumsmitarbeiter.

Bei den Händlern war das Wetter ein Dauerbrenner: "Das bleibt nicht ohne Folgen", sagt Keramikmeister Holger Piske aus Dortmund. Doch: "Wichtig sind auch die vielen Gespräche mit den Leuten, die sich für unsere Produkte wirklich interessieren, die mehr über Handarbeit erfahren wollen." Das sieht Händler Nils Weinhold, der selbst gefertigtes Holzspielzeug mitgebracht hat, ähnlich. Der Freitaler will im nächsten Jahr erneut dabei sein. Ebenso Peggy Seliga, die Honigspezialitäten und Bienenprodukte im Angebot hatte und zum dritten Mal dabei ist. "Dieser Markt ist bunt und schön", fasst die Altmittweidaerin zusammen. Hier würden sich auch die Händler untereinander "super verstehen", ergänzt die Chefin des vor drei Jahren eröffneten Schloss-Cafés "Blümchen", Beate Hendler. "Uns schauen die Leute beim Zubereiten der Getränke und Speisen auf die Finger. Das gibt es nicht überall", sagt die 63-jährige Lunzenauerin. "Viele kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus, wenn sie das alte und gemütliche Sofa im Café entdecken."

Erneut absolvierten die Jüngsten für den Kindergesellenbrief Stationen wie Filzen, Blütenseife, Holz- und Maskengestaltung. Gut zu tun hatten auch die Rochlitzer Steinmetze René Harzdorf und Lars Hahn, bei denen auch Julius aus Dresden einen Eintrag für seinen Gesellenbrief ergatterte. "Hier habe ich einen Kerzenhalter ganz allein gebaut", sagt der Fünfjährige stolz. Seine Eltern hatten von dem Markt in der Zeitung gelesen und sich spontan auf den Weg gemacht.

An der Kinder-Mitmach-Aktion will Veranstalter Wolf festhalten. "Die Mädchen und Jungen erfahren hautnah, wie die Herstellungstechniken funktionieren, eine gute Schule fürs Leben." Auch am Verkehrskonzept hält er fest: "Das hat schon im Vorjahr mit mehr als 3000Besuchern gut geklappt." Durch Schilder und sein sechsköpfiges Einweiser-Team würde es kaum zu Staus kommen. Außerdem müssten Besucher nicht erst durch die Innenstadt gelotst werden, wo es nur wenig Parkplätze gebe. So würden Autofahrer aus Richtung Penig zügig an der Schlossmühle vorbei zur Wiese an der Bleiche geführt.

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