Wiederauer Gotteshaus ist jetzt winterfest

In der sogenannten alten Kirche wurden eine Fußbodenheizung installiert und Dämmarbeiten verrichtet. In der kalten Jahreszeit finden nun dort Gottesdienste und Veranstaltungen bei angenehmen Temperaturen statt.

Wiederau.

Nach der Eröffnung am zweiten Advent findet am Sonntag der erste reguläre Gottesdienst in der St. Pankratiuskapelle in Wiederau statt. Dieser ältere Teil des Gotteshauses ist zu einer Winterkirche umgebaut worden. "Beheizbar war sie durch ein Elektrogebläse schon vorher. Das musste aber schon einen halben Tag vor dem Gottesdienst eingeschaltet werden, um einigermaßen Wärme in den Raum zu bringen. Und nach einer Viertelstunde begannen die ersten schon wieder zu frieren, weil es schnell eiskalt wurde", sagt Wolfgang Donner. Er hat als Haus- und Friedhofsmeister der Kirche Wiederau den Bau begleitet und maßgeblich organisiert.

Wie Pfarrer Traugott Fehlberg sagt, ist diese Winterkirche nun nicht nur für Gottesdienste in der kalten Jahreszeit nutzbar. "Wir wollten sie multifunktional gestalten. Es sollen auch kleinere Konzerte stattfinden - denn die Akustik ist einfach fantastisch - sowie andere Veranstaltungen, Jubiläen, auch Trauungen", erklärt er.

Vorbereitungsarbeiten begannen laut Donner schon Ende 2016, als vorwiegend in Eigenleistung eine Heiztrasse vom Pfarrgebäude bis zur Kirche gelegt wurde. Im Frühjahr 2017 ging es weiter, die Fußbodenklinkerplatten, die in Sand lagen, wurden herausgenommen und gelagert. Danach wurde ausgeschachtet. Später wurden ein Unterboden, die Dämmung und ein Rohrsystem für die Heizung installiert. Darauf kam Estrich, zuletzt wurden die Klinkerplatten wieder verlegt. "Zudem sind die Außentüren saniert worden und das Porphyrgewände, von dem zum Teil große Stücke herausgebrochen waren. Nun ist das alles wieder dicht", so Donner. Zum Schluss wurden die Wände geweißt, wobei die Handwerker eine böse Überraschung erlebten: Die alte Farbe blätterte ab. Sie musste per Spachtel komplett entfernt werden, ehe die gesamte Winterkirche einschließlich der Decke gestrichen werden konnte. "Das war noch einmal ordentlich Arbeit und auch mit Mehrkosten verbunden", so Donner. Insgesamt 28.000 Euro wurden in die Winterkirche investiert - von der Kirchgemeinde, über Spenden und einen Zuschuss der Landeskirche. Doch, so Pfarrer Fehlberg, das Ergebnis könne sich sehen lassen, die Arbeit habe sich gelohnt. Und der Wunsch nach einer Winterkirche habe schon lang bestanden.

Im Sommer wird dann wieder die große Saalkirche genutzt, in der vor zwei Jahren bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten stattfanden.


Eigentlich zwei Kirchen

Das Wiederauer Gotteshaus besteht eigentlich aus zwei Kirchen. Der sogenannte Neubau, die Saalkirche, ist zur Platzerweiterung um 1850 fertiggestellt und geweiht worden. Besonderheiten in diesem Kirchenraum sind der romanische Taufstein aus Rochlitzer Porphyr, der ebenfalls aus Porphyr gestaltete Altar, der restaurierte barocke Taufengel und die 2001 generalüberholte Kreutzbach-Orgel.

Die alte Winterkirche befindet sich in dem heutigen Lauthaus. Sie ist um 1200 entstanden und enthält noch sehr viele schöne Merkmale aus romanischer Zeit. Zur alten Kirche gehört ein Portal aus romanischer Zeit, das durch seine Gestaltung besonders wertvoll ist. Das Portal befindet sich jetzt allerdings auf der Südseite der sogenannten neuen Kirche. (bp)

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