Ab Herbst 2019 im Göltzschtal: Busse im 20-Minuten-Takt

Der Verkehrsverbund Vogtland plant mit Rückenwind aus Dresden den großen Wurf bei der Verbesserung des Busverkehrs in der Region. Am Dienstag hat VVV-Chef Thorsten Müller die Pläne öffentlich vorgestellt.

Auerbach.

Wer künftig zwischen Rodewisch und Falkenstein unterwegs ist, braucht nicht mehr auf die Uhr zu schauen, zumindest wochentags. Denn ab Herbst 2019 sollen alle zwanzig Minuten in beide Richtungen Busse durchs Göltzschtal rollen. "Man braucht also nur zur Haltestelle gehen und warten, es kommt immer ein Bus", sagt Thorsten Müller, Chef des Verkehrsverbundes Vogtland. Am Wochenende ist ein Stundentakt angedacht. Diesen und andere Pläne hat Müller am Dienstagabend in Auerbach der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Bürger waren zudem eingeladen, Anregungen, Fragen und Kritik anzubringen.

Zum Flaggschiff des künftigen Busverkehrs im Vogtland sollen die Plusbusse werden. Für das Göltzschtal bedeutet das, dass die Linie 10 stündlich von Falkenstein über Rodewisch nach Mylau verkehrt, die Linie 20 stündlich von Klingenthal nach Rodewisch und die Linie 60 im gleichen Takt von Rodewisch via Auerbach nach Treuen. Am Wochenende ist auf diesen Linien ein Zweistundentakt geplant.

Die nächst feinere Verknüpfung im Plusbusnetz gewährleisten Regio-Busse. So zum Beispiel die Linie 50 von Rodewisch über Oelsnitz nach Plauen. Oder die Linie 70, ebenfalls von Rodewisch nach Plauen, allerdings über Theuma. Auf zwei Routen sind zudem Linien von Rodewisch nach Schönheide geplant. Die Regio-Busse sollen stündlich oder zweistündlich, am Wochenende im Zweistundentakt verkehren. In der Summe ergibt das unter anderem den besagten 20-Minuten-Takt wochentags und Stundentakt am Wochenende zwischen Rodewisch und Falkenstein. Laut Thorsten Müller verkehrt derzeit eine Buslinie auf dieser Strecke im Göltzschtal: wochentags alle 30 Minuten, am Wochenende insgesamt sechs- und viermal alle zwei Stunden.

Müller betont, dass die Chancen, das Busnetz auszubauen, noch nie so günstig standen wie jetzt. Zwar wisse er noch nicht, was seine Pläne konkret kosten, aber: Erstens habe die Verbandsversammlung den Auftrag erteilt, zweitens gebe es auf Landesebene deutliche Signale, die bisherige Entwicklung umzukehren.

Eine weitere günstige Fügung für den Verkehrsverbund Vogtland: Sämtliche Busleistungen in der Region müssen dieses Jahr neu ausgeschrieben werden - europaweit. Müller sieht das als Chance, das Busnetz komplett zu überarbeiten. Oberste Prämisse dabei: Erreichbarkeit an möglichst allen Wochentagen, überall abgestimmte Anschlüsse, sodass Brüche zwischen Bus und Bahn sowie Bus und Bus möglichst vermieden werden. In der Feinabstimmung sorgen dafür Stadtbusse und in den Randlagen Rufbusse.

Sollte Müllers Plan aufgehen, bleibt noch ein Problem: Wie überzeugt man den Bürger, der jahrelang vom öffentlichen Verkehr entwöhnt wurde, wieder von den Vorzügen eines funktionierenden Netzes? Das Marketing sei sehr wichtig, deshalb wurden einzelne Strategien am Dienstag vorgestellt.

Was die Reaktionen der Bürger betrifft, so wurden einzelne davon vorgetragen. Diese betrafen zum Beispiel die Frage nach der Abstimmung zwischen den Linien bei Verspätungen, die Beschilderung von Stadtbussen oder mit Blick auf die europaweite Ausschreibung die Qualität der künftigen Busfahrer. Insgesamt seien bei bisher drei Foren im Vogtland oder via Mail etwa 200 Bürgerreaktionen eingegangen, erklärte Thorsten Müller.

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