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Beate Vrecar sowie Joachim und Siegrun Teubner (von links) haben bis zum Ende der DDR in der damaligen Poliklinik gearbeitet. Jetzt nutzten sie die Chance, sich ein letztes Mal im alten Gemäuer umzuschauen. Im Keller entdeckten die Mediziner eine alte Auflistung aller Räumlichkeiten, die wohl einst der Heizer für seine Arbeit brauchte. Am Montag beginnt der Abriss mit der Trennung vom Nachbargebäude. Foto: David Rötzschke

Foto: David Rötzschke

Abschied von der Poliklinik: Ärzte-Trio blickt zurück

Drei Mediziner besuchen ein letztes Mal ihre frühere Arbeitsstätte. Und erinnern sich auch an Pampelmusen-Karten und die HO im Keller.

Von Bernd Appel
erschienen am 10.02.2018

Auerbach. Joachim Teubner ist überrascht, wie gut viele Räume der einstigen Poliklinik noch erhalten sind. Als HNO-Arzt hatte der heute 78-Jährige von den 1970er-Jahren bis zur Wende hier gearbeitet, ebenso seine Frau Siegrun (72), eine Kieferorthopädin, und die Internistin Beate Vrecar (74). Mit Erlaubnis der Stadtverwaltung schaut sich das Trio ein letztes Mal im immer noch imposanten Gebäude um, das ab nächster Woche abgerissen wird. Nach dem Ende der DDR ging das Haus zurück an die AOK, die Poliklinik wurde aufgelöst. "Das war für alle problematisch, gerade auch für die Schwestern", erinnert sich Beate Vrecar, die bis heute in der Praxis ihres Sohnes in Rodewisch mithilft. Die AOK nutzte das Gebäude nur wenige Jahre, anschließend stand es leer. "Damals hätte es sich mit geringem Aufwand modernisieren lassen", meint Joachim Teubner bedauernd.

Nun ist es zu spät - die drei Mediziner wandern durch leere Zimmer und Gänge und fühlen sich schon "bisschen beklommen" an der einstigen Wirkungsstätte. Im ersten Stock hat Siegrun Teubner Jugendlichen ihre Spangen angepasst und mit so manchem Teenager schimpfen müssen, der sie zu wenig trug. Trotzdem ist sie in ausschließlich guter Erinnerung geblieben - davon künden zumindest Facebook-Kommentare zum Thema Poliklinik.

Beate Vrecar erinnert daran, dass hier einst die Anlaufstelle für alle Diabetiker des Kreises war - über 100 Leute, schätzt sie: "Die bekamen hier Kärtchen für Pampelmusen." Denn ansonsten waren Südfrüchte bekanntlich knapp in der DDR. Zwischen der Blutentnahme und der Ermittlung des Wertes im hier beheimateten Labor vergingen damals einige Stunden, die viele für einen Stadtbummel nutzen: "Zum Beispiel für einen Besuch im Café Temper." Wer wollte, konnte in der HO im Keller auch eine Bockwurst "auf die Hand" bekommen.

Es sei schon praktisch gewesen, dass hier alles unter einem Dach war - darüber sind sich die Drei einig. Beate Vrecar spricht rückblickend von einer "schönen Zeit", Siegrun Teubner erinnert sich eher an den Materialmangel, unter dem Zahnärzte und Kieferorthopäden noch stärker gelitten hätten als andere Kollegen aus dem medizinischen Bereich: "Es fehlte ja an allem." Vom maroden Heizungssystem, räumlicher Enge und ökonomischen Zwängen spricht ihr Mann Joachim - gut gewesen sei die gemeinsame Nutzung der Technik durch die hier tätigen Mediziner. Es müssen über ein Dutzend gewesen sein. "Schöner war die Zeit schon allein deswegen, weil wir jünger waren", meint Beate Vrecar abschließend. Und die früheren Kollegen nicken.

 
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