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Die Bäume am Vogelschutzbecken nutzen vor allem große Greifvögel wie die Rohrweihe als Landeplätze und Aufenthaltsort zur Fütterung ihrer Jungtiere - es ist das einzige bekannte Brutpaar im Vogtland. Vogelschützer sorgen sich, dass Bäume für eine Dammsanierung gefällt werden könnten.

Foto: Christian SchubertBild 1 / 6

Aufruhr um Vogelschutzgebiet der Pirk

Interessen von Naturschutz und Stauwerkpflege prallen bei geplanten Arbeiten aufeinander. Gibt es einen Kompromiss?

Von Nicole Jähn
erschienen am 15.05.2018

Oelsnitz. Seit Jahren beobachten Petra und Thomas Schulz aus Auerbach als Ornithologen seltene und bedrohte Arten am Flächennaturdenkmal der Talsperre Pirk: Beutelmeise, Eisvogel, Rohrweihe - mehr als 80 Vogelarten dokumentierte das Paar dort allein in den vergangenen drei Jahren. Auch Zauneidechsen, Fischotter und Glattnattern sind am und im Vogelschutzbecken zu Hause. Jetzt schlagen die Auerbacher mit Naturschutzverbänden wie der Grünen Liga und dem Nabu Elstertal Alarm. "Sollte die Landestalsperrenverwaltung ihre Pläne umsetzen, wäre das eine Katastrophe", sagt Petra Schulz. "Das überregional bekannte Gebiet wäre verloren."

Auslöser der Aufregung ist der Damm im geschützten Areal. Seit 2016 sind Pläne der Landestalsperrenverwaltung im Gespräch, diesen zu sanieren. Im Zuge der für 2020 vorgesehenen Entschlammung der Vorsperre Dobeneck soll es soweit sein. In einem internen und bislang unveröffentlichten Papier, das der "Freien Presse" vorliegt, ist die vom Staatsbetrieb bevorzugte Maßnahme aufgeführt. Demnach soll der Elsterdamm am Nordrand des Vogelschutzbeckens ertüchtigt und als Baustraße genutzt werden. Ein Plan, der Naturschützer erschüttert. Vielen Bäumen und Sträuchern, die das Vogelschutzgebiet wie einen Schutzgürtel vor Lärm und Störungen abschirmen, droht die Säge. "Gerade Greifvogelarten wie die Rohrweihe brauchen hohe Bäume, um zu landen", erklärt Petra Schulz. Das Brutpaar an der Pirk sei das einzig bekannte dieser Art im Vogtland. Um das seit 2001 als Flächennaturdenkmal ausgewiesene Biotop zu schützen, wollen die Ornithologen alle Hebel in Bewegung setzen. "Notfalls wenden wir uns bis an die EU", sagt Petra Schulz. Sie hofft, dass eine schonende Variante für die Arbeiten gefunden werden kann.

Die Landestalsperrenverwaltung räumt auf Nachfrage ein, dass der Damm eine Rolle bei der geplanten Entschlammung der Vorsperre spielen sollte. "Es wurde betrachtet, einen schwer zugänglichen Teil über den Damm zu erreichen", erklärt Anja Lorenz, als Betriebsteilleiterin für die Stauanlagen im Vogtland zuständig. Um das abzuklären, gab es Beratungen mit dem vogtländischen Umweltamt und Naturschutzverbänden. "Im Ergebnis wurde klar, dass die Beräumung der Sedimente nicht über den Damm des Vogelschutzbeckens erfolgen kann", sagt Lorenz. "Deshalb werden die Pläne zur Nutzung des Dammes nicht weiter verfolgt." Unabhängig davon befinde sich dieser in schlechtem baulichen Zustand. "Auf der gesamten Länge sind elsterseitig Auskolkungen, Ausspülungen und Uferabrisse vorhanden", so Lorenz. Eine Instandsetzung sei notwendig, um die Funktion des Bauwerkes aufrechtzuerhalten. "Auf jeden Fall wird bei einer zu beginnenden Planung Berücksichtigung finden, dass der Bewuchs auf dem Damm des Vogelschutzbeckens nicht vollständig entfernt wird", so Lorenz. Ob damit auch die Bäume stehen bleiben können, ließ die Verantwortliche offen.

Das Umweltamt hatte dem Betrieb aufgetragen, bei den Plänen nachzubessern. Nicht die günstigste, sondern die schonendste Variante sei vorzulegen, so Umweltamtsleiter Tobias Pohl zur "Freie Presse".

 
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Kommentare
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  • 20.05.2018
    08:33 Uhr

    Tauchsieder: Da ich dieser Tage auf dieses Thema wiederholt angesprochen wurde, noch ein paar Worte an das Ehepaar aus Auerbach.
    Falls sie versuchen sollten ihre Einwände mit dem NABU-Elstertal bis vors EuGH zu tragen kann ich ihnen nur so viel sagen: Da fließt das Wasser der Elster eher bergauf.
    Soweit mir bekannt ist war beim Vororttermin mit der LTV weder der Vorsitzende des NABU noch des örtlichen BUND dabei. Sie sollten hier schon Prioritäten setzen, damit ihre Enttäuschung sich in Grenzen hält. Wer A sagt muss auch B sagen und da gibt es nur wenige die konsequent den Weg bis zum Ende beschreiten, die sich nicht als fünfte Kolonne der Behörden fühlen.

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  • 15.05.2018
    08:05 Uhr

    Tauchsieder: Etwas mehr Gelassenheit sollte man hier walten lassen. Da diese geplante Maßnahme nicht mehr mit einer Gewässerunterhaltung begründbar ist, gibt es hier Regularien, die für einen solchen massiven Eingriff in ein Schutzgebiet vorgeschrieben sind. Planfeststellungsverfahren mit einer UVP - und FFH-Verträglichkeitsprüfung usw. . Da gerade der Vogtlandkreis, aber auch die Stadt Dresden dafür gesorgt haben, dass die Umweltverbände zu solchen Eingriffen gehört werden müssen und ihnen mittlerweile ein weitreichendes Klagerecht eingeräumt wird, kann man hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Der LTV sind Alternativen bekannt, mal sehen ob sie diese aufgreift.

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