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Blick auf das Gelände der ehemaligen Aschedeponie in Bad Elster: Seit Beginn der Woche wird sie abgetragen, das belastete Material nach Zobes gebracht.

Foto: Christian Schubert

Baustart: Giftige Deponie wird durchs halbe Vogtland gekarrt

Ein Vorgang mit Seltenheitswert: In Bad Elster wird eine Altlast wieder ausgegraben und in Gänze abtransportiert. Wie verkraftet der Kurort Arbeiten und Brummi-Verkehr? "Freie Presse" hat sich vor Ort umgeschaut.

Von Tino Beyer
erschienen am 19.05.2017

Bad Elster. Ein bisschen erinnert das Gelände zwischen der Ascher Straße und der Straße Heißenstein in Bad Elster an einen kleinen Tagebau. Auf breiter Front frisst sich ein Bagger in den Boden und gräbt aus, was vor Jahrzehnten eigentlich auf Nimmerwiedersehen verschwinden sollte. Doch das mit Arsen, Blei, Kupfer, Zink und Mineralöl belastete Erdreich muss an dieser Stelle weg. Prüfwerte wurden überschritten, das Grundwasser ist in Gefahr - und das in der sensiblen Heilwasserschutzzone. Bis 14. Juli müssen Laster 4500-mal an- und abfahren, um 35.000 Kubikmeter Material auf die Deponie im 36 Kilometer entfernten Zobes zu karren. Dort soll das Material erneut unter der Erde verschwinden, wasserdicht abgedeckt im Rahmen einer Sanierung, die im Sommer startet. Wie laufen die Arbeiten im Kurort? Es gab viele Befürchtungen.

Befürchtung 1: Schwerlastverkehr. Laster rollen zur schönsten Frühlingszeit durchs Kurzentrum und stören dort die Ruhe. Dieser Gedanke bereitete vorab Bauchschmerzen. Die Beobachtung: Ja, Brummis sind im Ortsbild regelmäßig zu sehen. Eine Belastung über Gebühr stellen sie bislang jedoch nicht dar. Weil es im Staatsbad derzeit generell geschäftig zugeht, fällt der zusätzliche Verkehr kaum auf. Derzeit sind 17 Brummis im Einsatz, nächste Woche sollen es 20 sein. Ein Umlauf von Bad Elster nach Zobes dauert zwei Stunden, so Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft). Dreck auf den Straßen gibt es derzeit keinen. Zwei Stunden Mittagsruhe werden eingehalten.

Befürchtung 2: Staub. Trotz Wind und dem aktuell trockenen Wetter hält sich der Staubwirbel auf dem Gelände in Grenzen. Das Material ist eher feucht. Wenn Bagger und Lkw rollen, gibt es zwar eine kleine Nebelwolke. Dass Aschepartikel umherfliegen, wie mancher vorab befürchtete, ist indes nicht zu erkennen. Die Laster, werden vor Fahrtbeginn mit einer Plane abgedeckt.

Befürchtung 3: Anlieger-Probleme. Stresst der Deponie-Abtrag die Nachbarschaft? Ein Anwohner verneint auf Nachfrage und spricht von Verständnis. "Wo gehobelt wird, fallen Späne", sagt er. "Es muss gemacht werden." Das ehemalige Deponie-Gelände, was in etwa so groß wie ein Fußballplatz ist, wird durch weiße Planen abgeschirmt.

Befürchtung 4: Zeitnot. 30 Laster waren vorab angekündigt, jetzt sind es weniger. Bringt das ein Zeitproblem? Das fragen sich aufmerksame Elsteraner. Die Antwort: Die Baufirma arbeitet in dieser Frage eigenverantwortlich. Wichtig ist, dass der finale Termin hält.

Befürchtung 5: Kosten und böse Überraschungen. Der Kostenrahmen für die Maßnahme liegt bei 4 Millionen Euro. 1,2 Millionen Euro kostet der jetzt begonnene Abtrag - geschätzt waren 2,6 Millionen. "Damit haben wir deutlich Luft", sagt Olaf Schlott. Bislang sind jedoch keine Überraschungen aufgetaucht.

 
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