Neuer Werbeslogan: "Musik küsst Natur"

Markneukirchen und Erlbach - seit 2014 eine Stadt - wollen erstmals ein gemeinsames Tourismuskonzept entwickeln. Welche Ideen hinter dem Vorhaben stehen.

Erlbach/Markneukirchen.

Etwas verspätet kam Norbert Dick (Freie Wähler) am Dienstagabend zur Sitzung des Erlbacher Ortschaftsrates. Am Kegelberg hatten die Mitglieder des Wintersportvereins (WSV) noch die Schneekanonen umgesetzt. Die Frostperiode wird zum erneuten künstlichen Beschneien der Pisten genutzt. "Für die Ferien sind wir gerüstet", sagte der WSV-Vorsitzende.

Das Erlbacher Skigebiet wirbt mit dem Slogan "Kegelberg - Skiberg mit Herz". Miriam Zettl nennt das eine Marke mit Erkennungswert. Die junge Frau ist seit April 2017 Mitarbeiterin der Tourist- Information Markneukirchen/Erlbach und sitzt jetzt an einem touristischen Konzept, das die Potenziale von Markneukirchen und Erlbach zusammenführen soll. Einen Slogan dafür gibt es schon: "Musik küsst Natur". Gesucht werden nun Ideen zur bildlichen Umsetzung.

Die Arbeit am Konzept wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Miriam Zettl ist derzeit über der Analyse, in der Stärken und Schwächen des Potenzials, ebenso Chancen und Risiken erfasst werden. Dazu nutzt sie auch Daten des Tourismusverbandes Vogtland (TVV). Parallel dazu wird nach den Worten von Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) an einer Imagebroschüre für Markneukirchen und Erlbach sowie am ersten gemeinsamen Gastgeberverzeichnis gearbeitet. Letzteres soll bis Ende Juni vorliegen - in Papierform und auf der Internetseite der Stadt. "Es soll so gehalten sein, dass Aktualisierungen ohne großen Aufwand möglich sind", so Rubner.

Erlbach ist seit 2003 staatlich anerkannter Erholungsort und seit 2011 auch Luftkurort. Mit bis zu 40.000 Übernachtungen im Jahr stellt der Tourismus für den Markneukirchner Ortsteil durchaus einen Wirtschaftsfaktor dar. Der Tourismusverband Vogtland, der für ein Gebiet von rund 2400 Quadratkilometern und 431.000 Einwohnern zuständig ist, setzt beim Marketing nicht mehr auf einzelne Orte sondern Themen. Das hatte TVV-Geschäftsführer Andreas J. Kraus im Juni 2016 erläutert, als sich der Erlbacher Ortschaftsrat bereits mit dem Thema beschäftigte. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass zunächst die Kommunen Angebote erarbeiten müssten, die der TVV dann pro Jahr auf mehr als zwei Dutzend Messen präsentiert, um neue Gäste für die Region zu gewinnen.

Das Potenzial von Markneu- kirchen und Erlbach zu bündeln, ist für Erlbachs Ortsvorsteher André Worbs (Freie Wähler) ein wichtiges Anliegen. Bei der Erarbeitung des Konzepts sollte aus seiner Sicht zum einen ein Zeitrahmen gesetzt, zum anderen Ortschaftsrat und Tourismusverein einbezogen werden - damit am Ende niemand vor vollendete Tatsachen gestellt werde.

Diese Aussage unterstützte auch Kerstin Grimm vom Verein Pferdedorf Erlbach, die als Gast gekommen war. Ortschaftsrat Helmut Jorschick (CDU) bot die Unterstützung des von ihm geleiteten Tourismusvereins an. Neben Skisport im Winter wird aus Sicht von Norbert Dick das Wandern ein Schwerpunkt in Erlbach bleiben. Er erinnerte noch einmal an das von ihm im September vergangenen Jahres unterbreitete Projekt des Elstergebirgs-Kammweges, für dessen Realisierung er 2019 ins Auge fasst.


Kommentar: Idee mitPotenzial

Die Herangehensweise von Markneukirchen und Erlbach für ein Tourismuskonzept könnte auch Vorbild für Klingenthal sein. Ob Eingemeindung oder Fusion - wenn der Tourismus eine Rolle spielen soll, muss man sich Gedanken über das Angebot machen. Denn um Zielgruppen direkter anzusprechen, setzt aktuell der Tourismusverband Vogtland beim Marketing nicht auf Orte, sondern Themen mit sinnigen Slogans. Ein solcher ist "Musik küsst Natur" . Bildlich umsetzen könnte man ihn mit der Riesengeige auf dem Hohen Stein - vor der Kulisse von Markneukirchen und Erlbach.

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