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Viele Jugendliche wollen immer noch weg

Eine groß angelegte Umfrage unter Teeangern gab es in Adorf. 181 Fragebögen wurden dafür ausgewertet. Jetzt liegen die Daten vor. Manche Ergebnisse lassen aufhorchen.

Von Ronny Hager
erschienen am 13.09.2017

Adorf. Lange wurde darüber diskutiert, nun sind die Ergebnisse da: Die Adorfer wissen jetzt, wie 13- bis 19-Jährige die Stadt sehen, wo sie Vorteile erkennen und was ihnen gar nicht gefällt.

Klaus Zeitler, Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts für Regionale Entwicklung (Sireg), stellte die Antworten aus einer mit der Stadt organisierten großen Jugendbefragung jetzt im Stadtrat vor. 370 Fragebögen waren über die Zentralschule und auf dem Postweg verschickt worden. 240 Fragebögen kamen zurück, 181 Fragebögen waren vollständig und konnten schließlich ausgewertet werden. Da der Rücklauf über 50 Prozent lag, muss Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) die für diesen Fall versprochene Party schmeißen. Diese steigt am 30. Oktober im Adorfer Glashaus. Und das sind die Ergebnisse:

Ist Adorf jugendfreundlich? Auf die Frage sagten 53,5 Prozent Ja und 46,5 Prozent Nein. "Kein berauschendes Ergebnis", sagt Zeitler. Auffällig: Je älter die Teilnehmer der Befragung, desto weniger sagen sie, Adorf sei jugendfreundlich. Und: Die höchste Zustimmung, dass Adorf jugendfreundlich ist, gibt es von Jugendlichen, die nicht in Adorf wohnen. Zeitler: "Die Außenwahrnehmung ist positiv. Das ist nicht uninteressant." Es kam auch heraus: Von den in Adorf wohnenden Teilnehmern sagen 80,7 Prozent, dass sie gern in der Stadt wohnen.

Sehen die Jugendlichen eine Zukunft in Adorf? Dass mehr als 50 Prozent der Befragungsteilnehmer Adorf verlassen wollen, finde er kein positives Ergebnis, so Stadtrat Kay Burmeister (SPD). "Andernorts ist das noch bei weitem höher. Wir sollten bei denen ansetzen, die eher hier bleiben wollen", sagte Zeitler und warnte vor Panik ob der Ergebnisse. "Die in Adorf bleiben wollen, tun das, weil Freunde und Familie da sind. Die Netzwerke funktionieren anscheinend relativ gut", so Klaus Zeitler. Die Anreize für Bleibewillige zu erhören, müsse das Ziel sein. Daher sollen die Ergebnisse der Jugendbefragung Grundlage für die künftige Politik der Stadt mit Partnern wie Arbeiterwohlfahrt oder Bands im Haus der Musik sein, sagte der Wissenschaftler.

Wer nutzt Freizeitangebote? Die Angebote in Adorf werden häufiger von Jungen als von Mädchen genutzt. Auf die Fragen, in welchem Ort außer Adorf Freizeitangebote genutzt werden, wurde am häufigsten Markneukirchen genannt. Ausreichend Angebote sehen die Mehrheit der Teilnehmer der Befragung beim Sport, bei Vereinen, Treffpunkten im Freien, Bibliotheken, Möglichkeiten zum Musikmachen und bei Kulturveranstaltungen.

Was fehlt in Adorf? Es fehlt nach Meinung der Mehrheit der Teilnehmer der Befragung an freiem WLAN, an Räumen, wo sich Jugendliche treffen können, an Möglichkeiten, selbst etwas auf die Beine zu stellen, an Ferienprogrammen/Ferienfreizeiten. Besonders gewünscht werden neben WLAN zentrale und erreichbare Treffpunkte sowie viel Sport und Kultur.

Welche Rolle spielen Vereine? Wenig Wissen offenbart ein hoher Prozentsatz der Befragten über Angebote der Vereine, erklärt Klaus Zeitler, Mädchen dabei weniger als Jungen. Infos über Vereinsveranstaltungen wird vor allem über Mundpropaganda weitergeben, es werden mehr Infos zu speziellen Jugendangebot gewünscht. Die Zufriedenheit der Befragten im Verein ist groß.

Wie steht es um die Mobilität? Als wichtig wird das Thema Mobilität angesehen, wobei Mädchen mehr als Jungen auf das Chauffieren durch ihre Eltern angewiesen sind. Der als "Omibus" gesehene Bürgerbus ist (noch) keine Alternative.

Was wissen Jugendliche über die einheimische Wirtschaft? Große Defizite gibt es im Bereich Kenntnis über Firmen und Ausbildungsangebote. "Die Information der Betriebe könnte besser sein", fasst Zeitler zusammen und schlug vor, die Jugendbefragung in den Firmen zu diskutieren. Als "erschreckend" bezeichnete die frühere Bürgermeisterin Mariechen Bang (CDU) die Quote von 45 Prozent, die angaben, nicht zu wissen, was man in Adorfer Unternehmen lernen könne.

Engagieren ja, aber wie? Eine Mehrheit der Teilnehmer der Befragung könnte sich vorstellen, sich zu engagieren, indes antworteten 61 Prozent nicht zu wissen, für was und wo. Hier Jugendlichen Anregungen zu geben, sieht Zeitler als wichtige Aufgabe. Einer Institutionalisierung etwa per Jugendbeirat, wie sie Stefan Wolf (CDU) vorschlug, steht er eher skeptisch gegenüber. "Ich halte es für wichtig, dass wir eine Stimmung für das Thema geschaffen haben", so Klaus Zeitler und war dagegen, alles bis ins Detail in Schienen zu pressen. "In der Altersspanne ändert sich viel."

 
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