Ab jetzt verhängt Plauen Trinker-Strafen

Das Alkoholverbot für Teile der Innenstadt gilt seit einer Woche. Seit gestern hängen entsprechende Warnschilder. Wer auf dem Postplatz und im Lutherpark trinkt, muss bis zu 1000 Euro Strafe zahlen.

Plauen.

Seit gestern kostet es Strafe, sich im Stadtzentrum zu betrinken. Das Minimum liegt bei 5 Euro Verwarngeld, der Höchstbetrag bei 1000 Euro für schwere Fälle. Bereits in der vergangenen Woche hatten Polizei und Ordnungsamt Trinkern Verwarnungen ausgesprochen und sie auf das Verbot hingewiesen, das seit dem 7. Mai gilt.

Der Bauhof hat gestern die entsprechenden Schilder festgeschraubt. 20 Stück rund um die Alkoholverbotszonen: Postplatz, Lutherpark sowie Teile von Syra- und Klosterstraße. Im April hatte der Stadtrat beschlossen, das Trinken auf diesen Plätzen zu untersagen. Damit habe man das sächsische Polizeigesetz ausgeschöpft, so Martin Gabriel, der zuständige Bereichsleiter im Ordnungsamt. Solche Verbote dürften nur für eingeschränkte Zonen verhängt werden und nicht für die gesamte Innenstadt.

Seit vergangener Woche fahren Ordnungsamt und Polizei verstärkt Streife im Zentrum und schauen sich nach trinkenden Passanten um. Dabei seien kaum Verstöße gegen das Alkoholverbot festgestellt worden. "Es scheint zu wirken", sagt Martin Gabriel. Die Schonfrist, in der es bei einer mündlichen Verwarnung bleibt, ist abgelaufen. Nach Montage der Schilder werden die Betroffenen jetzt zur Kasse gebeten.

Das Verbot gilt zunächst eingeschränkt montags bis samstags von 11 bis 23 Uhr. Befristet ist es bis Ende Oktober. Anlass war die Zunahme von Straftaten, die die Behörden auf Alkoholexzesse zurückführten. Postplatz und Lutherpark hatten sich in den vergangenen Jahren zu beliebten Trinker-Treffs entwickelt. Ziel des Verbotes ist es, in Bereichen mit viel Fußgänger-Verkehr die öffentliche Ordnung herzustellen. Während der Bauhof gestern die Schilder festschraubte, prosteten sich die Trinker nur wenige Meter entfernt auf dem Theaterplatz zu. Sie saßen auf den Steinbänken zwischen Theater und Musikschule, denn dort gilt das Alkoholverbot nicht. Die Verlagerung kommt weder fürs Theater noch für die Stadtverwaltung überraschend. "Wir haben den Verdrängungseffekt schon vergangene Woche festgestellt", sagt Gabriel. Bislang gebe es keine Möglichkeit, die Zone zu erweitern.

Ein Alkoholverbot für Plauen war bereits vor Jahren diskutiert worden. Die Stadtverwaltung wehrte sich dagegen, weil andere Städte damit vor dem Verwaltungsgericht gescheitert seien. Plauen hat mit seinem neuen Erlass in der Polizeiverordnung aktuell nichts zu befürchten. Es liegen keine Klagen dagegen vor, hieß es gestern aus dem Verwaltungsgericht in Chemnitz.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...