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Wenige Tage zuvor. Gert Werner zeigt den Bordstein, der quer über den Hof geht und die Anwohner stolpern lässt. Ein Ärgernis seit 19 Jahren.

Foto: Ellen LiebnerBild 1 / 3

Der Mini-Mauerfall von Plauen

Sie hat den Mauerfall von '89 überlebt und viele Proteste verärgerter Anwohner. Jetzt ist die Mini-Mauer weg. Eigentlich war es nur ein Bordstein. Aber der war über die Jahre gewachsen.

Von Manuela Müller
erschienen am 19.05.2017

Plauen. Ein bisschen wie Sektlaune, so hat sich das angefühlt für Gert Werner und seine Nachbarn. Endlich sind sie losgeworden, was sie schon lange stört. Die AWG hat kurzen Prozess gemacht mit der Bordsteinkante vor ihrem Haus: Die Mini-Mauer ist weg. Werner rief beim AWG-Chef an und bedankte sich. "Man darf nicht immer nur meckern. Man muss auch mal loben, wenn etwas glatt läuft", sagt er.

Ein Happyend nach 19 Jahren. Schon Ende der 90er hatten sich Anwohner der Tischendorfstraße darum bemüht, dass der Bordstein wegkommt. Sie schrieben Briefe und sammelten Unterschriften - vergebens. Der Bordstein ging quer über die Straße. Eine 15 Zentimeter hohe Grenze, an der man stürzen konnte. Für die Anwohner ein Ärgernis. Wie eine kleine Mauer trennte er die Wohnblocks der Großvermieter AWG und WBG voneinander.

Der Letzte, der die Initiative ergriffen hat, war Gert Werner. Vor wenigen Tagen brachte er die Geschichte der Bordsteinkante in die Zeitung. Einen Tag, nachdem sie in der Presse stand, seien zwei Männer dort gewesen und hätten die Betonborde vermessen. Am Tag darauf fiel die Mini-Mauer von Plauen.

Dafür waren Verhandlungen notwendig. AWG-Chef Günter Schneider stimmte sich mit seinen Kollegen von der WBG ab, dann ließ er das Gelände begradigen. Gert Werner und seine Nachbarn haben nun eine inoffizielle Straße der Einheit vor ihrer Haustür. Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.

Was wie eine Posse klingt, war für die Anwohner der Tischendorfstraße schon lange kein Spaß mehr. Viele von ihnen sind im Rentenalter. Manche laufen an Krücken, manche mit Rollator. Der Bordstein erhitzte die Gemüter. Wer zum Parkhaus lief oder Richtung Stadt, musste den Rollator drüber heben.

In den frühen 80er Jahren sollte er die Moped-Jungs verscheuchen. Der Vermieter setzte ihn quer über die Straße, damit die Jugendlichen im Hof keine Runden fahren.

Endgültig gelöst ist das Bordstein-Problem trotzdem nicht. "Das ist eine provisorische Lösung", sagt der AWG-Chef. Die Wohnungsbaugesellschaft WBG will ihr Eigentum in dem Wohnviertel auf Vordermann bringen, sie saniert und reißt ab. Die Schwelle wäre den Baufahrzeugen ohnehin im Weg gewesen. Bis zum Ende der Baumaßnahme wollen sich die Vermieter überlegen, wie sie in Zukunft ihre Grenze markieren. Klar ist: Durchgangsverkehr wollen sie nicht im Hof. Eine Mauer aber auch nicht.

Im Gedächtnis geblieben ist Gert Werner und seinen Nachbarn die letzte Baumaßnahme in ihrem Viertel. Damals war die Mini-Mauer beim Bau auch im Weg gewesen. Doch anstatt sie wegzureißen, schüttete die AWG sie von beiden Seiten auf. Es entstand eine Rampe, ringsherum Pfützen. Das bleibt den Anwohnern dieses Mal erspart.

 
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