Einstiger Einkaufsmarkt brennt

Ein Brand gegenüber vom Polizeirevier in Reichenbach hielt am Sonntagabend die Feuerwehr in Atem. Die Polizei schätzt den Schaden auf 300.000 Euro. Da der Verdacht der Brandstiftung besteht, ermittelt die Kripo.

Reichenbach.

85 Feuerwehrleute der Feuerwache Reichenbach und aus Rotschau sind am Sonntagabend ausgerückt, um einen Brand in der Heinrich-Heine-Straße zu löschen. Am ehemaligen Markant-Einkaufsmarkt, gleich gegenüber vom Reichenbacher Polizeirevier, brannte ein Holzstapel. Die Flammen schlugen hoch und griffen auf das Vordach über.

Feuerwehr-Großeinsatz

"21.03 Uhr sind wir alarmiert worden. Als wir anrückten, sahen wir einen Brand im Außenbereich. Da lagerte Baumaterial", erklärte Stadtwehrleiter Michael Mittag auf Anfrage. Weil es innen auch brannte, musste sich die Feuerwehr Zugang verschaffen. Das sei gar nicht so einfach gewesen, zumal das Gebäude über ein Solardach und Seitenwände aus gedämmten Metallplatten verfügt, sagte Mittag. Auf einer Seite schnitt die Feuerwehr ein Loch durch die Verkleidung. "Nach etwa einer Stunde hatten wir den Brand im Griff", berichtete der Wehrleiter. Die Feuerwehrleute arbeiteten alle mit Atemschutzgeräten. Von der Berufsfeuerwehr Plauen war deshalb extra ein Atemschutz-Container angefordert worden.

Mann macht sich verdächtig

Als die Polizei eintraf, entdeckte sie eine Person, die sich vom Feuer entfernte. Dabei handelte es sich um einen 56-jährigen Reichenbacher. Mithilfe eines Fährtenhundes habe man ihm nachweisen können, dass er sich unmittelbar am Brandort aufgehalten hatte, teilte die Polizeidirektion Zwickau gestern mit. Der Mann sei vernommen worden, habe sich jedoch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Wie Pressesprecher Jan Meinel am Nachmittag ergänzte, müsse der 56-Jährige nichts mit dem Brand zu tun haben: "Es ist jedoch zu klären, was er dort zu suchen hatte."

Die Polizei schätzt den Schaden auf zirka 300.000 Euro. Wie das Feuer entstand, ist zurzeit noch nicht geklärt. Die Brandursachenermittler der Kripo waren gestern Vormittag vor Ort. Zunächst war noch vom "Verdacht der Brandstiftung" die Rede. Am Nachmittag hieß es dann, es komme auch fahrlässige Brandstiftung in Frage. Laut Jan Meinel werde geprüft, welche Rolle ein bei den Bauarbeiten zum Heizen genutzter Ofen spielt. Einbruchsspuren seien keine gefunden worden.

Erst Hochwasser, dann Feuer

Große Werbeschilder am Zaun weisen auf den Eigentümer des Objektes hin: die Alternative Energien HDG GmbH Heinsdorfergrund. "Freie Presse" traf deren Geschäftsführer Udo Merk gestern vor Ort an. Eigentlich wollte er gar nichts sagen, meinte dann aber mit Blick auf die verrußte Fassade doch: "Wir haben das Haus umgebaut, wollten hier in Kürze mit der Familie einziehen. Am Mittwoch sollte die neue Küche kommen." Im Juni waren Familie und Firma vom Hochwasser in Unterheinsdorf betroffen. Und jetzt auch noch das Feuer. Der Schaden, so Merk, werde sich wohl auf 500.000 Euro zu bewegen. Die ganze Photovoltaikanlage müsse vom Dach herunter. "Jetzt können wir nur auf die Versicherung hoffen", sagt Merk.

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