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Foto: Uli Deck/dpa-Archiv

Gericht: Tunesier mit 14 Identitäten

Omar R. aus dem Plauener Asylheim ist gestern wegen unerlaubter Einreise verurteilt worden. Dem Prozess blieb der junge Mann aber fern. Laut Anklage hat er 14 Identitäten.

Von Manuela Müller
erschienen am 09.01.2018

Plauen/Zwickau. Seit mehr als vier Jahren beschäftigen sich die deutschen Behörden mit Omar R. Bereits im Februar 2014 hatte die Ausländerbehörde seine Abschiebung angeordnet.

Jetzt gab es im Penny-Markt nahe dem Plauener Asylbewerberheim wieder Ärger mit dem jungen Tunesier. Er soll eine Verkäuferin als "Nazi" und "Rassist" beschimpft haben und wurde mehrfach beim Klauen erwischt. Trotz Hausverbots soll er fast täglich im Penny ein- und ausgehen. Gestern verhandelte das Amtsgericht Zwickau gegen Omar R. Unter anderem wegen illegaler Einreise, Hausfriedensbruchs und Beleidigung. Das Gericht erließ einen Strafbefehl über 260 Tagessätze zu je zehn Euro. Dabei hat es frühere Urteile wegen Diebstahls einbezogen, die noch nicht vollstreckt wurden. Wenn er die Strafe nicht bezahlt, müsste R. die 260 Tage in Haft absitzen. Doch zunächst muss ihm sein Strafbefehl zugestellt werden. Denn zur Gerichtsverhandlung gestern ist er nicht erschienen. Der Prozess fand ohne ihn statt.

Nach wie vor ist R. ausreisepflichtig. Er ist angewiesen, sich im Plauener Asylheim aufzuhalten, bis die Abschiebung vollzogen wird, erklärt der Zwickauer Gerichtssprecher Stephan Zantke: "Abschiebungen sind Sache der Ausländerbehörde. Damit hat das Gericht nichts zu tun." Von R. seien 14 Identitäten bekannt. Den Gerichtsakten zufolge stammt er aus Tunesien, wurde 1991 geboren und gibt als Beruf Boxer an. Seinen Asylantrag hatte die Ausländerbehörde Anfang 2014 abgelehnt und die Abschiebung angeordnet. Omar R. tauchte in der Schweiz unter und wurde dort inhaftiert. Nach dem Gefängnisaufenthalt brachten ihn die Schweizer Behörden im Sommer 2015 nach Italien, weil er über Italien nach Europa eingereist war. "Er hat eine Einreisesperre für das Schengengebiet", sagt Zantke. Im vergangenen Oktober saß der Mann in Baden-Württemberg wegen Diebstahls in Haft.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
6
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 14.01.2018
    22:04 Uhr

    aussaugerges: Laut ""Spiegel"" sollen ja noch Millionen kommen.
    Soll ja schon alles in der EU beschlossen sein

    1 5
     
  • 14.01.2018
    18:46 Uhr

    Interessierte:
    Wie viele Ausländer gibt es denn da noch mit mehreren Idenditäten , womit die diesem Land ( also den Behörden und Politikern ) auf der Nase herum tanzen ... `
    Ein Deutscher könnte sich das gar nicht leisten , wo er doch einen Wohnsitz haben muß mit einem entsprechenden Dokument ...

    Und Obdachlose nutzen das wohl noch nicht aus ...?????
    ( bzw . - die bekommen ja keine Almosen und auch kein ´Asyl` vom Staat , die haben ja nur einen Schlafsack oder ein Zelt und die ehrenamtliche Tafel , worum sich dieser Staat nicht kümmert

    1 6
     
  • 14.01.2018
    10:14 Uhr

    Zeitungss: @Dorpat/Vandanser: 2 x VOLLTREFFER, besser kann man es nicht formulieren. Wer die Verfahrensweise noch nicht mitbekommen hat, bzw. dafür verantwortlich ist, sieht das natürlich anders.
    Was die Behörden in diesem Fall veranstalten, ist schon ein Krimi der besonderen Art. Die 260 Tagessätze landen beim Steuerzahler oder glaubt doch noch jemand an den Weihnachtsmann ???
    Man kann die Bürger der Länder schon verstehen, in denen sich die Begeisterung für die "Schützlinge" in Grenzen hält. Wer es nicht glauben will, kann es durch einen Selbstversuch probieren.

    0 9
     
  • 14.01.2018
    03:40 Uhr

    aussaugerges: Die Bananenrepublik!!!

    1 5
     
  • 13.01.2018
    13:13 Uhr

    Vandanser: Streicht ihm die 14 Unterstützungen, dann erscheinnt er schon vor Gericht, um zu klagen.

    0 9
     
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