Grünes Licht für Vater-und-Sohn-Ampeln

Aus einer Idee von "Freie Presse" werden jetzt die ersten Ampeln Sachsens mit Lokal-Note. Dafür gab's eine seltene Sonder-Erlaubnis aus Dresden.

Plauen.

Ob er mehr Plauze kriegt, steht noch nicht fest. Dass der Vater aus der Feder von Plauens berühmtem Künstler Erich Ohser alias e.o.plauen mehrere Ampeln in der Spitzenstadt zieren darf, allerdings schon. Natürlich nicht ohne seinen Sohn. Gestern überreichte Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) die Ausnahmegenehmigung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Und die wird nur äußerst selten erteilt, wie der Minister betonte. "Andere Städte wollen auch eine individuelle Ampel." Das Lasuv gehe aber sehr restriktiv mit diesem Go um. "Wir wollen eine Massenbewegung vermeiden." Plauen allerdings habe sehr gute Gründe vorgebracht, so Dulig: Vater und Sohn seien identitätsstiftend für die Spitzenstadt.

Oberdorfer strahlte: "Eine Stadt lebt von vielen Kleinigkeiten." Er nannte die künftigen Lichtzeichenanlagen "i-Tüpfelchen für unsere Stadt". Und von diesen Tüpfelchen soll es gleich mehrere geben: An den Kreuzungen Marktstraße/Unterer Graben/Neundorfer Straße/Dobenaustraße sowie Bahnhofstraße/Albertplatz/August-Bebelstraße. Vater und Sohn sind dann erst mal in der Probezeit: Die Sondergenehmigung gilt nämlich zunächst für zwei Jahre. Aber die beiden haben gute Chancen auf eine Festanstellung: In Dresden und Meißen sagen Ampelfrauen dem Verkehr, wo's langgeht. Dort ist deren Ausnahmegenehmigung heute die Regel.

Wie viel das Plauener Rathaus für den Sprung der beiden Sympathieträger auf die Signalanlagen lockermachen muss, steht nach Angaben von Stadtsprecherin Silvia Weck noch nicht fest. "Es wird kein Vermögen sein", schätzte sie gestern. Ab wann genau Vater und Sohn den Einwohnern heimleuchten, ist zwar noch unklar. Im Rathaus will man aber so bald wie möglich rot-grüne Nägel mit Köpfen machen. Die meisten Plauener wird's freuen: Bei einer Telefon-Umfrage, an der 187 Personen teilnahmen, stimmten 126 Anrufer für und nur 61 gegen die Ampel-Idee, die in der Plauener Lokalredaktion das Licht der Welt erblickte.

Für diese Geburt stand Mainz Pate: Die ZDF-Hauptstadt hat seit November vorigen Jahres eine Mainzelmännchen-Ampel. Die hat sich zu einem echten Besuchermagneten gemausert, wie Marc André Glöckner, Pressesprecher von Mainz, erklärte. Plauens Oberbürgermeister will an diesen Erfolg anknüpfen: "Vater und Sohn und e.o.plauen stehen für Plauen wie die Mainzelmännchen für Mainz."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...