Hotel holt sich Spinnen ins Haus

Das Dormero-Hotel hatte für einen Tag außergewöhnliche Gäste. Sie waren ein bisschen gruselig, klein und behaart.

Plauen.

Acht behaarte Beine, zehn Zentimeter groß, braun-schwarz. Das war die Brasilianische Riesen-Vogelspinne, die gestern mit weiteren Artgenossen im Hotel Dormero ausgestellt war. 500 Exemplare, davon 250 lebende, konnten die Besucher sehen. Die bewunderten neugierig die Tiere, die in unterschiedlichen Behältnissen untergebracht waren. Insekten, Schmetterlinge, Spinnen, Skorpione und Sonnenanbeter hatte Aussteller Giovanno Neigert aus Feuchtwangen mitgebracht.

Viele Kinder sah man unter den Besuchern. Der siebenjährige Philipp Weigelt aus Mehltheuer hatte eine ganze Menge unterschiedlicher Vogelspinnen fotografiert. "Ich habe keine Angst vor Spinnen. Aber als Kuscheltier möchte ich keine zu Hause haben", sagte er. "Höchstens einen Kater."

In Schaukästen, Terrarien und auf Abbildungen waren die exotischen Tiere zu sehen. In einer Ecke sahen sich Besucher einen Videofilm an. "In Deutschland ist es verboten, lebendige, gefährliche Tiere in Ausstellungen zu zeigen. Deshalb sind sie auf der Leinwand zu sehen", sagte Neigert. Die Vogelspinnen in der Ausstellung waren ungefährlich. Das wusste auch die siebenjährige Annabell Thümmler und ließ sich mutig mit dem haarigen "Ungeheuer" ablichten. "Es hat ein bisschen gekrabbelt, aber Angst hatte ich nicht", sagte sie.

Der 35-jährige Spinnen- und Insektenliebhaber Giovanno Neigert hat auf seinen Reisen mit den Tieren schon viel erlebt. "Einmal ist ein Mann beim Anblick einer Kraushaar-Vogelspinne vor dem Käfig ohnmächtig geworden", erinnerte er sich. "Wir haben ihm etwas zu trinken gegeben, und er kam wieder zu sich." Eigentlich Schlosser von Beruf, widmete er sich vor fünf Jahren den Kleinlebewesen. "Schon als Kind habe ich mich für Spinnen interessiert", erzählte er. "Später begann ich dann, sie zu sammeln und zu züchten." Tiere kaufte oder tauschte er auf Börsen und vergrößerte den Bestand. Dann schaffte er sich einen Spezialanhänger an und installierte Klimaanlage, Gasheizung sowie Luftbefeuchter. Er reist an jedem Wochenende in eine andere Stadt. Nächste Woche ist er beispielsweise in Eisenach. An den Wochentagen kümmert er sich zu Hause um seine Exoten. "In der freien Natur fressen diese Tiere alles, was sie bewältigen können, wie Ratten und kleine Säugetiere. Bei mir bekommen sie Heimchen und Grillen", verriet Neigert.

Besucherin Eva Leucht war begeistert. "Ich finde das alles sehr interessant, und auch den Kindern hat es sehr gefallen", sagte sie. Auch der Aussteller freute sich über den Zuschauerstrom, der nicht abriss.

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