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Zahlt die Firma Edeka für einen Kreisverkehr an der Reißiger/Lessing-/Martin-Luther-Straße, wenn der baufällige Einkaufsmarkt (rechts am Bildrand) neu entsteht?

Foto: Oliver Orgs

Stadt fürchtet Ladensterben: Ja zu Edeka, nein zu Einkaufspark

Auf dem Tisch liegt ein Angebot, von dem auf den ersten Blick jeder etwas hat. Aber im Rathaus traut man der Sache nicht. Ist das Ganze in Wahrheit ein Trojanisches Pferd?

Von Gunter Niehus
erschienen am 13.09.2017

Plauen. Hat die Plauener Stadtverwaltung einen spendierfreudigen Investor vor den Kopf gestoßen und so auf einen Kreisverkehr zum Nulltarif verzichtet? Oder versucht ein Lebensmittelkonzern, seine Wünsche mit der Brechstange durchzusetzen? Die Auseinandersetzung um den geplanten Edeka-Markt an der Ecke Reißiger/Martin-Luther-Straße und einen damit verbundenen Verkehrskreisel nimmt an Schärfe weiter zu. Am Montagabend haben Stadtbau- und Umweltausschuss sowie der Wirtschaftsförderungsausschuss versucht, den Streit zu schlichten. Das Gegenteil ist passiert. Der Streit zwischen der CDU-Fraktion und der Rathausspitze tobt heftiger denn je.

Edeka will den seit November 2014 leer stehenden Diska-Markt vergrößern und wiedereröffnen. Außerdem hat das Unternehmen angeboten, den Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr zu bezahlen, um eine bessere Zufahrt für den Markt zu schaffen. Eigentlich klingt das wie ein Geschäft, von dem alle profitieren - Händler, Autofahrer und die klamme Stadtkasse.

Doch im Rathaus traut man dem Braten nicht. Die Befürchtung: Der Edeka-Markt könnte ein Trojanisches Pferd sein, durch das noch andere Händler in das Areal kommen - um dort Bekleidung und weitere Dinge zu verkaufen, die nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. "Nicht nur Edeka, sondern auch andere könnten sich dort unkontrolliert ansiedeln", sagte Baubürgermeister Levente Sárközy. Dies könnte den Händlern in der nahe gelegenen Innenstadt das Leben noch schwerer machen. Dahinter steht also die Angst vor weiterem Ladensterben im Zentrum.

Um dies zu verhindern, will die Rathausspitze für das Areal einen Bebauungsplan aufstellen. Dieser soll festlegen, wie groß die dortigen Ladenflächen sein dürfen und was dort verkauft werden soll. Das lehnt der Lebensmittelkonzern strikt ab. "Diesen Weg können und möchten wir nicht unterstützen, da die Zeitschiene, das Ergebnis, die Ausgestaltung und die Festsetzungen im Bebauungsplan offen sind", so Edeka-Mitarbeiterin Stefanie Schmitt. Nur wenn die Stadt auf den Bebauungsplan verzichtet, will man den geplanten Kreisverkehr bezahlen.

"Ich werde mich nicht erpressen lassen", kommentierte Stadtrat Dieter Rappenhöner (Grüne). "Ich will unbedingt die Innenstadt schützen. Bekleidung und Trallala darf es an der Reißiger Straße nicht geben." Dieter Blechschmidt (CDU-Fraktion) sah dies völlig anders: "Es macht mich traurig, dass mit so viel Aufwand Argumente gesucht werden, um das Vorhaben zu erschweren", so Blechschmidt. "Ich sehe die Gefahr nicht, dass uns Edeka dort einen zweiten Elster-Park hinsetzt."

Bei einer Abstimmung im Wirtschaftsförderungsausschuss stimmten sechs Personen für den Bebauungsplan und drei dagegen. Konkrete Auswirkungen hat dies aber noch nicht. Die endgültige Entscheidung trifft am 26. September der Stadtrat.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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  • 13.09.2017
    08:55 Uhr

    Tauchsieder: Klingt wie ein Witz > Stadt fürchtet Ladensterben...

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