Wann es den Bonus gibt

Kosten für Handwerkerleistungen können unter bestimmten Voraussetzungen beim Fiskus geltend gemacht werden. Nicht alles erkennt die Finanzverwaltung an.

Berlin.

Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) rät, auch bei Neu- und Umbauten den Abzug von Handwerkerkosten in der Einkommensteuererklärung zu beantragen. Hintergrund ist eine steuerzahlerfreundliche Entscheidung des Bundesfinanzhofs. Diese müssen die Finanzämter nach interner Anweisung auch anwenden.

Für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungen sowie Arbeiten zur Erhaltung und Modernisierung ermäßigt sich die Einkommensteuer um 20 Prozent, höchstens 1200 Euro pro Jahr. Dies sind beispielsweise Asbestsanierungen, neue Datenleitungen, Wärmedämmungen oder Gartengestaltungen.

Umstritten war jedoch lange die Frage, ob von dieser Steuerförderung auch Maßnahmen betroffen sind, die steuerlich zu Herstellungskosten führen. Dies ist etwa bei umfassenden Sanierungen der Fall oder wenn Steuerpflichtige ihre Wohnfläche erweitern. Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs (Az. VI R 61/10) kommt es auf diese Unterscheidung nicht an. Wichtig ist allein, ob die Betroffenen im Objekt bereits ihren Haushalt begründet haben. "Damit profitieren zum Beispiel Bauherren, die in ihr neues Gebäude zuerst einziehen und danach noch Arbeiten durchführen lassen", erläutert Steuerberater Markus Deutsch vom NVL.

Auch wenn einzelne Finanzgerichte derzeit noch den Steuerabzug verneinen, zum Beispiel bei einer geringfügigen Wohnflächenerweiterung (Finanzgericht Berlin-Brandenburg, Az. 4 K 4361/08) oder im Falle des Umbaus einer Terrasse zu einem Wintergarten (Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Az. 4 K 1933/12), sollten Steuerpflichtige diese Kosten dennoch ansetzen. Denn zum einen hat die Entscheidung des höchsten Steuergerichts umfassende Geltung. Darüber hinaus hat die Finanzverwaltung das Urteil im Bundessteuerblatt amtlich veröffentlicht und sich damit offiziell zur Anwendung verpflichtet. Geblieben sind die Anforderungen für den direkten Steuerabzug der Aufwendungen: Auf Nachfrage müssen Steuerpflichtige eine Rechnung des Handwerkers und die Zahlung auf dessen Konto nachweisen können.

Der NVL weist zudem darauf hin, dass auch nach dem Umzug Kosten für die Instandhaltung der alten Wohnung steuerlich begünstigt sein können. Insofern ist der Begriff "Haushalt" weit zu verstehen. (pl)

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