Fahrstuhlbau hat begonnen - aus dem Anbau wird ein Turm

Die "Freie Presse"-Aktion "Leser helfen" hat 2017 Familie Müller unterstützt, um den Transport ihres kranken Kindes zu erleichtern. Noch läuft der Lift nicht, denn es gab neue Hürden zu meistern.

Schneeberg.

Die gute Nachricht vorweg: Dem mittlerweile elfjährigen Ulli Müller geht es gut. "Sein Zustand ist soweit stabil, und das ist schon viel wert", sagt seine Mutter Silke Müller, die nach wie vor alles versucht, um ihrem jüngsten Sohn zu helfen und seine Beschwerden zu lindern. Bei dem Jungen wurde im Sommer 2017 Adrenale Leukodystrophie festgestellt. Ein Gendefekt, der zur Folge hat, dass die schützende Myelinschicht, die die Nervenbahnen ummantelt, allmählich zerstört wird. Heftige Krämpfe, extreme Reizempfindlichkeit und hohe Wetterfühligkeit sind nur drei von etlichen Begleiterscheinungen, die die Krankheit mit sich bringt.

Ullis Eltern kämpfen mit enormer Kraft gegen die Krankheit an. Und unzählige Menschen aus der Region unterstützen sie dabei. Über die "Freie Presse" Aktion "Leser helfen" kamen 2017 rund 60.000 Euro zusammen, damit an das Wohnhaus der Familie Müller ein Fahrstuhl angebaut werden kann. "Jetzt ist der Bagger da - juhu es geht los", informierten die Müllers vor wenigen Tagen die Redaktion.


Doch wie so oft im Leben, mussten auch bei diesem Bauvorhaben zunächst erst einige Unwägbarkeiten aus dem Weg geräumt werden. So wurden für das benötigte Fundament zunächst erst die Gasleitung verlegt, die bislang an jener Stelle ins Haus führte, wo nun Platz für das Fundament geschaffen werden musste. "Das haben wir im Mai verändern lassen", erklärt Peter Müller. Dann offenbarte sich, dass auch der Kontrollschacht für die vollbiologische Kleinkläranlage ins benötigte Fundament hineinragte. Nächste Hürde. "Doch wir kriegen das alles hin", bleibt Silke Müller optimistisch und freut sich, dass der Chef der Firma Röckert aus Bad Schlema ihr genau mit diesem Satz immer wieder Mut macht. Denn noch eine Änderung habe sich am Projekt ergeben: "Wir können den Fahrstuhlschacht nicht direkt ans Haus anbauen", erklärt Peter Müller. Dies könnte laut Projektant ganz schnell dazu führen, dass Risse am Haus entstehen. Was wiederum bedeutet, dass der Fahrstuhlschacht nun als separater Turm errichtet wird, der lediglich in den Zugängen mit dem Haus verbunden wird.

Ob und um wie viel das alles die Sache teurer macht, wissen die Müllers noch nicht. Aber dass der Fahrstuhl immer dringender wird, ist offensichtlich. Ulli nämlich wächst und wächst. "Er ist jetzt schon über 1.65 Meter groß, und es wird immer schwieriger, ihn die schmale Treppe hinauf und hinunter zu tragen", sagt Peter Müller. Die Treppe, die nach oben in die Wohnung der Müllers führt ist eng und steil. Und einmal pro Woche muss Ulli mindestens runter, denn dann geht es ins sozial-pädagogische Zentrum nach Aue zu weiteren Therapien.

Nach wie vor erfahren die Müllers Unterstützung durch Unternehmer aus der Region und über die Aktion Kinderherzen. "Machen Sie sich keine Gedanken, das kriegen wir hin, es gehen immer noch Spenden ein, speziell für Ulli", sagt Christiane Matko, Schirmherrin der Kinderherzen. Sie hat erst vorige Woche die Müllers wieder besucht. "Ulli macht richtige Fortschritte", sagt sie.

Leser helfen

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