Für Neubau muss altes Domizil weichen

Braucht Lauter ein neues Kirchgemeindehaus? Die Frage beschäftigt die evangelisch-lutherische Gemeinde mit rund 1600 Gläubigen derzeit sehr. Es gibt Fürsprecher - und Vorbehalte.

Lauter-Bernsbach.

Ein neues Gemeindehaus hat heutzutage Seltenheitswert. In Lauter kommt ein solches Bauprojekt ins Rollen, so jedenfalls die Hoffnung. In Sack und Tüten ist noch nichts - bis auf die Vor-stellung, wie das neue Domizil aus-sehen könnte.

Mit dem Regionalkirchenamt hat die evangelisch-lutherische Gemeinde der Stadt einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. "Das Ergebnis war eindeutig", sagt Pfarrer Christian Kaufmann. Sowohl die vier Bau-Fachleute als auch die drei Gemeindemitglieder als "Laien" in der Jury entschieden sich bei sechs Vorlagen fürs Objekt der Löser-Lott-Architekten GmbH aus Berlin. Katharina Löser stammt aus Gornsdorf und hat mit Partner Johannes Lott mehrere Projekte in der alten Heimat verwirklicht. "Wir würden uns sehr freuen, wenn auch das Haus in Lauter umgesetzt würde", sagt Löser.

Sie spricht Christian Kaufmann aus der Seele. Das Loslassen vom bestehenden Objekt jedoch fällt vor allem älteren Gemeindegliedern schwer. Kaufmann: "Sie bauten dieses Domizil Anfang der 1970er-Jahre unter politisch betrachtet sehr schwierigen Bedingungen auf." Für den Neubau müsste es weichen, also abgerissen werden. Doch die Sanierung im Bestand, auch mit Blick auf Barrierefreiheit, sei genauso teuer wie der mit vorerst 1,5 Millionen Euro angesetzte Neubau. "Da könnten wir von vornherein alles so gestalten, wie es am besten passt."

Alle Wünsche haben die Architekten in den Entwurf des zweigeschossigen Gebäudes gepackt - von Betreuungsräumen für Kinder und Jugend über Versammlungssäle, eine neue Küche und viel Licht sowie barrierefreien Zugang bis hin zu modernen Toiletten. So soll es allen Einwohnern als Ankerpunkt und Veranstaltungsraum offenstehen. Es wirkt modern, passt aber trotzdem gut zu Kirche, Pfarramt und Friedhof. Auch für einen großen Garten und die zwei denkmalgeschützten Baumriesen bleibt Platz. "Es passt", findet Kaufmann und hofft auf Umsetzung innerhalb von fünf Jahren.

Horst Escher vom Kirchenvorstand, der als Gemeindevertreter wie Pfarrer und Diakon Daniel Langer in der Jury saß, ist zuversichtlich: "Der Neubau fügt sich toll ins Umfeld ein. Es wurde auf alles geachtet, was wir wollten." Nun gehe es darum, alle Schritt für Schritt von der Idee zu überzeugen. "Das muss wachsen - so wie einst die Verbindung zum jetzigen Gemeindehaus."

Angetan zeigte sich auch Martin Nettling von der Präsentation. "Sehr modern, aber dennoch passend", sagt der junge Mann und nennt vor allem die Vorteile im Inneren. "Da bieten sich weit mehr Möglichkeiten als bisher." Das sieht Annekathrin Enderle ähnlich. Alles in allem wirke das Projekt überzeugend. "Es ist schön geworden, dennoch sollte das genau durchdacht werden."

Muss es auch. Denn noch völlig offen ist die Finanzierung. Darüber berate man im Sommer und Herbst, so Pfarrer Kaufmann. "Wir würden gern bauen und ein Zeichen für zukunftsorientierte Kirchenarbeit setzen." So sei Lauter mit 1650 Gläubigen eine starke Gemeinschaft. "Und das wollen wir langfristig bleiben."

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