Gemeinde gewährt Wehr Vorschuss

Die Bockauer Kameraden planen einen Umbau ihres Gerätehauses. Allerdings fehlt es ihnen an den nötigen Eigenmitteln.

Bockau.

Großes plant die Freiwillige Feuerwehr Bockau. Sie will die einstige Wohnung im Depot anderweitig nutzen und deshalb umbauen. "Doch dafür fehlen uns die nötigen Eigenmittel", erklärt Wehrleiter Martin Wollny. Also warb er im Gemeinderat für das Projekt - und bat um einen Vorschuss.

Hintergrund: Die Räume sollen saniert und zu einem Schulungszentrum umgestaltet werden, um darin Seminare zu den Themen Brandschutz und Erste Hilfe abzuhalten. "Denn nach dem Auszug der Mieter im vorigen Jahr fanden wir keine Nachmieter", berichtet Wollny. Der Feuerwehrverein übernahm die Wohnung und will sie - gewinnbringend für viele - nutzen. "Wir planen Lehrgänge für Kitas, Schulen, Vereine, Senioren, im Prinzip für jedermann." Ein solcher Raum fehle bisher in Bockau. So wurde im Herbst 2018 ein entsprechender Fördermittelantrag bei Leader gestellt. Das Programm zur Förderung des ländlichen Raums erteilte den Zu-schuss, jedoch braucht es darüber hinaus auch Eigenmittel in Höhe von rund 10.000 Euro. Und genau diese fehlen in der Kasse der Wehr, die deshalb die Gemeinde um Hilfe bat. Dabei war Eile geboten, denn bis Ende Dezember muss das Geld ausgegeben sein, weil die aktuelle Leaderperiode ausläuft.

Und die Gemeinde sprang den Kameraden bei: Nach einer weiteren Beratung im Ausschuss wurde während der jüngsten Ratssitzung ein zinsloses Darlehen gewährt. Allerdings monierten einige Räte, dass eine Rückzahlungsfrist im Vertrag fehle. Das sei schwierig, so Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos). "Bei einem Fördermittelprozess ist das Ende nicht genau absehbar mit Blick auf Verwendungsnachweis und dergleichen." Natürlich seien die Feuerwehrleutegrundsätzlich vertrauenswürdig. Und so zweifelten auch einige Bürgervertreter, ob eine genaue Rückzahlungsfestlegung wirklich sein muss. Eine Frist wurde letztlich dennoch im Vertrag verankert - zur Sicherheit aller. So muss die Rückzahlung des Darlehens an die Gemeinde bis spätestens 90 Tage nach Auszahlung der Fördermittel an den Feuerwehrverein erfolgen. "Ich denke, damit können wir alle leben", so Baumann.

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