Peter Simmels Nichte nimmt den Kuhberg in Besitz

Anna Simmel hat mit ihrem Onkel eine GmbH gegründet. Die ist seit 1. Juni Besitzer der Ausflugsgaststätte in Stützengrün. Da hat sich einiges geändert, und es gibt weitere Pläne.

Stützengrün.

Ist es über 30 Grad Celsius heiß, kommen nur wenige Wanderer und Radfahrer auf den 795 Meter hohen Kuhberg. Auch wenn es kalt oder regnerisch ist. "Es ist schwer kalkulierbar, mit wie vielen Gästen wir am Tag rechnen können", sagt Anna Simmel. Die 34-Jährige hat gemeinsam mit Peter Simmel, ihrem Onkel, eine GmbH gegründet. Diese ist seit 1. Juni neuer Besitzer des Berggasthofes.

Seit der Wiedereröffnung nach dem Umbau seien die Gästezahlen "zufriedenstellend". Grundsätzlich anders als davor ist, dass die Gastronomie in Selbstbedienung erfolgt. Das Konzept ist das gleiche, wie auf dem Auersberg, wo Einzelhandelsunternehmer Peter Simmel bereits den Gasthof gekauft hatte. "Es ist schwierig, solche Ausflugsgaststätten wirtschaftlich zu betreiben", sagt Anna Simmel. Mit ihr arbeiten zwei weitere Frauen im Gasthof auf dem Kuhberg. Der war bis zur corona-bedingten Schließung in der Hand der Gastwirtsfamilie von Andreas Döhner. Allerdings hegte diese schon seit rund zwei Jahren Verkaufsabsichten. "Uns ist der Kuhberg 'dazwischengekommen'", sagt Anna Simmel schmunzelnd. Die Simmel Carlsfeld GmbH wurde im März dieses Jahres in Hinblick auf den Bau einer Feriensiedlung in Carlsfeld gegründet. Anna Simmel ist gelernte Hotelfachfrau, sie folgte im Oktober vorigen Jahres dem Ruf ihres Onkels ins Erzgebirge. Wie er sieht sie großes Potenzial in der Region und habe sich deshalb entschlossen hierherzukommen. Mittlerweile wohnt sie auch im Gasthof auf dem Kuhberg, ständiger Begleiter ist ihre reichlich ein Jahr alte Mischlingshündin Neyla.

"Unsere Vorgänger haben den Gasthof typisch erzgebirgisch betrieben, das konnte und wollte ich nicht einfach so übernehmen", so die 34-Jährige. Erzgebirgische Gerichte finden sich trotzdem auf der Speisekarte, wie Sauerbraten und Schiebböcker. Bei Letzterem vertraut die Chefin auf Rezepte ihrer aus der Region stammenden Mitarbeiter. Was die Räume des Gasthofes betrifft, sind diese jetzt offener und heller. Geblieben sind zehn Doppelzimmer für Übernachtungsgäste - aktuell ausgebucht.

Ulrike Weng-Beckmann und ihr Lebensgefährte gehören zu den derzeitigen Gästen. Das Paar aus Bayern möchte das Erzgebirge kennenlernen und nutzt dafür auch ein neues Angebot des Kuhberg-Gasthofes, den Fahrrad-Verleih. Neben zwei Trekking- und zwei Mountainbikes mit Elektro-Motor gibt es vier normale Mountainbikes. "Wir wollen unseren Gästen ja auch etwas Neues bieten", so Anna Simmel. Dazu gehören ein Geocaching-Set sowie Skiausrüstung für den Winter. "In der Umgebung gibt es ein großes Wander-, Radwege- und Loipennetz - und jede Menge zu entdecken", so die neue Herrin vom Kuhberg.

Und damit soll es noch nicht gewesen sein: Zu den Plänen der Simmel GmbH gehört auch, den 20 Meter hohen Prinz-Georg-Turm zu sanieren. Dass das kein Leichtes wird, weiß Anna Simmel. "Er ist innen total nass." Es wäre aber schade, ihn aufzugeben. Noch als "Spinnerei" bezeichnet sie den Plan, auf dem zum Gasthof gehörenden Gelände einen Pool zu errichten, den die Gäste nutzen können.

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