Radsportler sollen Einsatz bei Notfall gestört haben

Veranstalter räumt ein, dass es Behinderung durch Sportler gegeben hat

Johann'stadt/Aue.

Uwe Laaser ist erzürnt über das, was er am vergangenen Sonntag bei einer Radsportveranstaltung in Johanngeorgenstadt erleben musste. Wie er berichtet, hatte es um die Mittagszeit im Neubaugebiet, Am Pulverturm, einen Rettungseinsatz gegeben. Vom medizinischen Notfall betroffen war eine Bekannte von Uwe Laaser, bei der er zu Besuch war. Zur gleichen Zeit fand dort ein Radrennen auf der Sprintdistanz statt, ein Wettbewerb der Mountainbike-Orientierungslauf-Weltmeisterschaften. Gefahren wurde auch durchs Neubaugebiet. "Der Rettungseinsatz interessierte die Radfahrer gar nicht, im Gegenteil, sie haben ihn mit ihrer Fahrweise auch noch behindert", sagt Laaser. Er habe versucht, den Rettungswagen und die Einsatzkräfte abzuschirmen. "Die sind mir ein paar Mal fast über die Füße gefahren", sagt der Auer. Ebenso kann er nicht nachvollziehen, wieso die Einbahnstraßenregelung für die Radsportler aufgehoben worden sei. Statt der vorgeschriebenen 30 km/h seien die Radfahrer mit "gefühlten 50" durchs Neubaugebiet gefahren.

Tatsächlich hat es eine Behinderung durch einen Sportler gegeben, ergab eine Nachfrage beim Veranstalter, der Deutschen Skiorientierungslaufgemeinschaft. Die Wettkampfleiterin Anke Dannowski sagt: "Wir sind vom Rettungsdienst darüber informiert worden und selbst entsetzt über den Vorfall." Genaueres könne sie dazu aber nicht sagen. Derzeit versuche man den Sportler ausfindig zu machen. Dannowski ist optimistisch, dass das gelingt, weil man den Zeitpunkt fast minutengenau ausmachen könne, die Zeugenaussage des Rettungswagenfahrers vorliege und durch das Anfahren der Kontrollpunkte relativ genau ermittelt werden könne, wer wann dort war. "Wir werden das auswerten und publik machen. Möglich, dass der betreffende Sportler eine Anzeige bekommt."

Uwe Laaser hatte sich mit seiner Kritik auch an den Bürgermeister von Johanngeorgenstadt, Holger Hascheck, gewandt. Der war am Sonntag über den Vorfall durch die Bergwacht seiner Stadt informiert worden und setzt darauf, dass die Radsportler die Angelegenheit in ihrem Verband klären. Er sagt: "Den Rettungsdienst behindern - das geht gar nicht. Leider gibt es auch unter Sportlern rücksichtlose Leute."

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