Schüler schlüpfen in Märchen-Rollen

Mädchen und Jungen von der Lernförderschule in Aue führen derzeit ein Weihnachtsstück auf. Darin steckt gut ein Jahr an Vorbereitung.

Aue.

Der Dummling ist der Schlauste und bringt die Prinzessin zum Lachen mit der Schar, die er hinter sich und seiner Goldenen Gans herzieht. Das Märchen der Gebrüder Grimm bringen Schüler der 4. bis 9.Klasse der Lernförderschule Aue viermal zur Aufführung, vor insgesamt rund 800 Zuschauern. Die sind nicht nur die eigenen Schüler und deren Eltern, sondern schon traditionell Kinder von Kindergärten und Grundschulen der Umgebung.

Am gestrigen Mittwoch waren die Schüler der 1. bis 4. Klasse der Grundschule Aue-Zelle zu Gast in der zum Theater umgebauten Turnhalle. Als das Geschnatter der Gans zum ersten Mal erklang, sprangen alle auf, um das Geschehen besser verfolgen zu können. Klaus, der Dummling, war beim Versuch, einen Baum zu fällen, auf den wundersamen Vogel gestoßen, natürlich nur, weil er freundlich zu einer alten Kräuterfrau war. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf und immer mehr Neugierige bleiben am goldenen Gefieder der Gans hängen. Das Märchen hat Annekathrin Rottstädt-Hänel, Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters Burattino Stollberg, bearbeitet. Sie stellt der Theatergruppe an der Auer Schule nicht nur ihr Drehbuch zur Verfügung, sondern unterstützt auch bei den Proben. Auch bei den Kulissen und Kostümen helfen die Stollberger den Auer Lehrern und Schülern. Ritter, König, Prinzessin oder Wirt und seine naseweisen Töchter - die Rollen werden laut Lehrerin Romana Hetzel an die Schüler nach ihrem darstellerischen Vermögen vergeben. Manch einer, wie Nick und Senta aus der 9. Klasse, gehört schon zu den alten Hasen, andere wie Aaron aus Klasse 4, sind das erste Mal dabei. "In unserer Gruppe gibt es einen ständigen Wechsel bei den Darstellern, aber auch einen harten Kern", erzählt Romana Hetzel. Sie ist neben Astrid Liebscher und Ina Zimmermann an der Schule für die Erarbeitung des Weihnachts-Theaters verantwortlich.

Ein Weihnachtsprogramm gibt es an der L-Schule in Aue schon seit 1977, daraus haben sich die Theateraufführungen entwickelt, seit vier Jahren in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendtheater Stollberg. Ein Jahr Vorbereitungszeit braucht es bis zu den Aufführungen vor Weihnachten. Richtig geprobt werden kann erst kurz davor, denn die Turnhalle kann nicht länger als eine Woche blockiert bleiben. So erklärt sich, dass der eine oder andere Mime auch mal einen "Hänger" im Text hat.

Romana Hetzel zollt allen aber ihren Respekt: "Für sie ist es schwerer als für andere Schüler, so viel Text zu lernen." Zur Aufführung am Mittwoch gab es jedenfalls viel Beifall für "Die goldene Gans".

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