Schulanbau lässt keine Wünsche offen

Gut 1,5 Millionen Euro sind in ein neues Gebäude an der Grundschule in Bernsbach geflossen. Grund für die Expansion: Es gibt Platzbedarf.

Lauter-Bernsbach.

Aufgeregt, wie es ihm manche Gäste bescheinigt haben, trifft es nicht ganz. Aufgewühlt ist das Wort, das den Gefühlszustand von Thomas Kunzmann (Freie Wähler) wohl am besten beschreibt, als der Bürgermeister am Donnerstag den Grundschulanbau in Bernsbach feierlich eröffnet hat. "Das ist selten. Zuletzt wurden Schulen eher geschlossen", sagte er.

1,5 Millionen Euro flossen in den zweigeschossigen Anbau, der sich - wie die Turnhalle gegenüber - klar vom denkmalgeschützten Haupthaus abhebt und deshalb gut dazu passt. Hinzu kamen weitere 500.000 Euro für den Außenbereich samt Grünem Klassenzimmer. "Ein tolles Plus", wie Kunzmann findet - und alle Mitstreiter lobt. Nicht nur auf Verwaltungsebene mit Blick auf Landratsamt sowie Landesamt für Schule und Bildung, sondern auch in Bezug auf die Helfer vor Ort - vor allem während der Bauphase. Da seien die Schulsekretärin, Hausmeister Andreas Herrmann und Sandy Dörffel aus dem Bauamt zu nennen. Sie haben laut Kunzmann großen Anteil am Gelingen des Projekts, das nicht unumstritten war. "Aber unumgänglich", so Kunzmann. 2016 zeichnete sich ab, dass der Platz für Schüler und Hortkinder zu eng wird. Jacken und Taschen an Haken auf dem Gang, kaum ausreichend Toiletten - steigende Schülerzahlen und zusätzlich 120 Hortplätze im Gebäude forderten ihren Tribut. Erst Aula und Musikzimmer, dann noch der Raum der Stille wurden förmlich okkupiert. "Belastend", wie es Schulleiterin Manuela Lemberger beschreibt.


304 Mädchen und Jungen besuchen in 14 Klassen die nun barrierefreie Grundschule "Hugo Ament" aktuell. 14 Lehrerinnen und eine Kollegin im Freiwilligen Sozialen Jahr freuen sich seit Schuljahresbeginn vor einer Woche über Fahrstuhl von Erd- bis Obergeschoss, schickes Außengelände, neue Garderoben und Sanitäranlagen sowie fünf neue Unterrichtsräume - darunter drei Klassenzimmer für Abc-Schützen und Fachkabinette für Kunst und Musik. Beim Spatenstich im April 2018 hätte kaum einer geglaubt, dass alles so schnell möglich ist. Die Herausforderungen beim Bau während regulärem Schulbetrieb waren enorm. "Es ist aber alles hervorragend gelungen - hell und modern. Prima", so Lemberger. Aus ihrer Sicht ist das Wohlfühlgefühl wichtig. "Schule ist Lebensraum, heute mehr als früher." Manche Kinder verbringen den Tag inklusive Hort von der ersten Stunde bis gegen 16 Uhr im Haus.

Dem pflichtete Landrat Frank Vogel (CDU) bei. 2800 Schüler wurden dieses Jahr in den 89 Grundschulen im Erzgebirge eingeschult, sagte er. Den Bernsbachern bescheinigte er eine schmucke Einrichtung. "Die Investition zeugt von Weitsicht." Für den 1,5 Millionen Euro teuren Anbau flossen 573.000 Euro Fördermittel von der Sächsischen Aufbaubank. Hinzu kommt das Grüne Klassenzimmer für rund 56.000 Euro, dabei gab es über das Programm "Brücken in die Zukunft" 21.000 Euro dazu. Zudem wurden Bushaltestelle und Stützmauer neu errichtet. Rutsche, Sandkasten, Sitzgelegenheiten runden den Außenbereich ab - finanziert über Eigenmittel und Städtebauförderung. Kosten für Mauer und Haltestelle insgesamt: 360.000 Euro. Bei so viel Investition und Zugewinn für Kinder und Familien kann man durchaus aufgeregt sein, bat Kunzmann um Verständnis für seinen Gemütszustand.

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