Seniorenpark schließt Lücke in Zschorlau

Alte Menschen wollen ihren Lebensabend im Heimatort verbringen. Sind sie pflegebedürftig, gibt es nicht überall ausreichend Plätze.

Zschorlau.

Mit Rebekka Seidel (31) und Michel Weiß (28) werden zwei "Eigengewächse" des Diakonischen Werkes Aue/Schwarzenberg die Heim- beziehungsweise Pflegedienstleitung im neuen Seniorenwohnpark in Zschorlau übernehmen. "Wir sind stolz darauf, unserem eigenen Personal Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Wer bei uns eine Ausbildung beginnt, hat gute Aufstiegschancen", sagt Vorstand Rainer Sonntag.

In den Seniorenwohnpark werden am 1. Februar die ersten Mieter einziehen. Zunächst sind es die im betreuten Wohnen sowie fünf im stationären Pflegebereich. "Wir wollen den Einzug in Ruhe vonstatten gehen lassen, deswegen kommen nicht alle auf einmal", sagt Rebekka Seidel. Insgesamt gibt es zehn Ein- beziehungsweise Zweiraumwohnungen im betreuten Wohnen sowie 48 Pflegeplätze, aufgeteilt auf vier Wohnbereiche mit jeweils zwölf Plätzen. Die Diakonie will ein "Haus der vierten Generation" anbieten. Rebekka Seidel erklärt: "Die Bewohner sollen in Aufgaben des Alltags einbezogen werden, dafür ist zum Beispiel der große Gemeinschaftsbereich gedacht, wo man beim Frühstückzubereiten oder Kochen helfen kann, wenn man möchte. Oder auch beim Wäschelegen."

Der Seniorenwohnpark ist die erste derartige Einrichtung in Zschorlau. Bei der Realisierung des Vorhabens hat es laut Rainer Sonntag eine gute Kooperation mit der Gemeinde gegeben. Dort war bekannt, dass viele Zschorlauer ihren Lebensabend lieber in ihrem Heimatort verbringen würden statt in einer Pflegeeinrichtung in Aue oder anderen Orten. Ein günstiger Umstand war, dass die evangelisch-methodistische Kirchgemeinde ein Grundstück an der Schneeberger Straße verkaufen wollte. Das hat die Diakonie erworben und im April 2015 dort begonnen zu bauen. Knapp sieben Millionen Euro wurden in das Gebäude investiert, eingeschlossen seine Ausstattung, der neu angelegte Parkplatz und die Außenanlagen. Zur Ausstattung gehört eine Arztpraxis. Dafür geht das Diakonische Werk eine Kooperation mit dem Helios-Klinikum Aue ein. Mindestens zwei Ärzte von dort werden im zukünftigen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Sprechstunden halten. "Es ist eine öffentliche Praxis, es war uns wichtig, auf diese Weise die medizinische Versorgung im Ort sicherstellen zu können", so Sonntag.

Weil die Nachfrage nach betreutem Wohnen von älteren Bürgern in Zschorlau und Umgebung immer noch groß ist, legt das Diakonische Werk ein weiteres Projekt nach: Die Gemeinde will das Grundstück verkaufen, wo das ehemalige Feuerwehrdepot stand. Die Diakonie hat bereits die Zusicherung für den Erwerb. Dort soll ein Gebäude mit 32 Wohnungen im betreuten Wohnen und mit Tagespflege entstehen. "Wir hoffen, dass wir 2017 mit dem Bau beginnen können", so Sonntag. In der Nachbarschaft plant die Gemeinde selbst ein Wohngebäude.

Das Diakonische Werk Aue/Schwarzenberg hat insgesamt 800 Mitarbeiter. Mit Zschorlau betreibt es sieben stationäre Pflegeeinrichtungen.

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