Erbstück kommt nach Oma Ellys Willen in gute Hände

Marikka Olbrich aus Großolbersdorf hat sich von ihrer Pyramide getrennt - schweren Herzens. Aber sie hatte es versprochen. Nun steht das Schnitzwerk als Dauerleihgabe im Gelenauer Depot Pohl-Ströher.

Gelenau.

Den Aufbau ihrer Weihnachtspyramide hat Marikka Olbrich diesmal nicht selbst übernommen, zumal auch der Zeitpunkt nicht mit der erzgebirgischen Tradition übereinstimmte. "Die Pyramide wurde immer erst kurz vor dem ersten Advent aufgebaut, wie überhaupt das ganze Haus erst für diesen Anlass geschmückt wurde", sagt die Großolbersdorferin und schaut auf die Pyramide. Die steht zum ersten Mal seit mehr als drei Jahrzehnten nicht bei ihr zu Hause in Großolbersdorf, sondern im Gelenauer Depot Pohl-Ströher.

Die Großolbersdorferin Marikka Olbrich hat die Weihnachtspyramide dem Depot als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, und Depotleiter Michael Schuster nahm sie gern für die Weihnachtsschau an. Sie besteht komplett aus Lindenholz, von der obersten Flügelspitze bis zum Sockel, auf dem die Jahreszahl "1953" prangt. "Mein Opa Kurt Partzsch hatte die Pyramide geschnitzt, das war seine erste. Soviel ich weiß, hatte er sich alles selbst ausgedacht", sagt die Enkelin des Erbauers.

Die Pyramide ist eine Augenweide, die Halterungen der Glühbirnen, jede der vier Etagen, die Pilze und die Waldtiere: alles geschnitzt. Auf dem Sockel ist ein Sägewerk mit Wasserrad zu sehen, auf der anderen steht eine Windmühle, in der Nähe steht ein Häuschen mit einzeln sichtbaren Dachschindeln, dann ist da noch eine Windmühle: alles aus Lindenholz, alles geschnitzt. Der gebürtige Scharfensteiner Kurt Partzsch starb 1980, seine Witwe Elly schenkte 1986 die außergewöhnliche Pyramide der Enkelin des Erbauers.

"Ich habe die Weihnachtspyramide immer selbst aufgebaut", sagt Marikka Olbrich. Nur einen "Fremden" hat die Großolbersdorferin bisher an die Waldpyramide gelassen, das war ihr Lebensgefährte Joachim Schulze. Der gelernte Elektromonteur stellte die Reihenschaltung der Birnchen auf Parallelschaltung um. Wenn jetzt ein Birnchen durchbrennt, ist sofort zu sehen, wo sich der Fehler befindet, und es muss nicht mehr alles durchprobiert werden. Marikka Olbrich fällt es schwer, sich von der Pyramide zu trennen. Sie gibt zu, dass es ihr richtig weh tue. "Aber ich hatte mit Oma Elly vereinbart, dass die Waldpyramide in ein Museum kommt, und hier im Gelenauer Depot Pohl-Ströher weiß ich mein Erbstück in den allerbesten Händen."

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