Forscher gewähren Einblick in Messstation

Eine mobile Anlage auf dem Deutschneudorfer Festplatz sammelt Daten über die Luftbelastung. Am Tag der offenen Tür gab es Lob für das Projekt - aber auch Kritik.

Deutschneudorf.

Mit der großen Resonanz hat Alfred Wiedensohler nicht gerechnet. Der Professor vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig betreut die Messstation auf dem Deutschneudorfer Festplatz, die am Samstag über 50 Leute zum Tag der offenen Tür besucht haben. Seit etwa vier Wochen ist sie in Betrieb und analysiert die verschiedensten Bestandteile der Luft, die sie umgibt. Auswertungen liegen bislang jedoch noch nicht vor. Der Professor rechnet erst in einigen Monaten mit den ersten Ergebnissen. "Wir wollen natürlich auch repräsentative Daten haben und keinen Schnellschuss."

Mit der Platzierung der Anlage reagieren die Forscher auf einen zentralen Einwand der Menschen, die unter dem Böhmischen Nebel leiden: Daten über die Industrieabgase, die aus Tschechien ins Erzgebirge wehen, wurden bislang auf dem Schwartenberg gemessen - obwohl sich die Abgase in den Tälern ausbreiten. Der Festplatz, so die Idee, ist zum einen tief genug gelegen, um diesem Umstand gerecht zu werden. Zum anderen können störende Einflüsse wie Autoabgase weitgehend ausgeschlossen werden.


Über mehrere Stunden hinweg führte Wiedensohler intensive Gespräche mit Besuchern. "Die meisten Leute sind schon vorinformiert. Sie stellen ganz konkrete Fragen", sagte er. Sie wollen wissen, wie was gemessen und ausgewertet wird. Die Leute seien froh, dass endlich etwas passiert, wie er sagte.

Das Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig ist nicht die einzige Institution, die hier Daten erhebt. Dieser Aufgabe haben sich auch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie tschechische Behörden verschrieben. Hartmut Tanneberger von der Bürgerinitiative (BI) für "Saubere Luft im Erzgebirge" freute sich , dass nicht nur Vertreter der BI die Chance zu den Gesprächen mit den Fachleuten genutzt haben. Die BI hofft, dass neue Ergebnisse den Druck auf die tschechische Regierung erhöhen können.

Bei allem Optimismus gab es aber auch kritische Stimmen. Der Deutschneudorfer Gemeinderat Detlef Schwirz wunderte sich, dass nach so vielen Jahren der Geruchsbelastungen immer noch nicht bekannt sei, was in der Luft ist. Für ihn und andere Besucher war es fraglich, was die Messstation verändern soll.

Der für März avisierte Besuch der BI in den tschechischen Betrieben im Böhmischen Becken ist auf April verschoben worden. Die Erzgebirger wollen die Unternehmen dann mit einem Fragenkatalog konfrontieren. Der Katalog ist noch in Arbeit. (pc)

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