Heiße Eisen und laute Hammerschläge

Den Auftakt auf dem Areal des Pferdegöpels auf dem Rudolphschacht in Lauta bildet traditionell das Neujahrsschmieden. Am Samstag ist etwas dennoch anders gewesen.

Lauta.

Schon von Weitem sind die lauten Hammerschläge der fünf Schmiede zu hören. Und sie haben bis in den Abend hinein rund 100 Schaulustige aus allen Richtungen angezogen. Mit dem in der Bergschmiede auf dem Rudolphschacht stattfindenden Neujahrsschmieden wurde am Samstag im Marienberger Ortsteil Lauta das neue Jahr offiziell eingeläutet.

Anders als in den Vorjahren nutzten die Besucher allerdings kaum die Möglichkeit, mitgebrachte Gebrauchsgegenstände wie Beile, Äxte oder Hacken von den Handwerkern auf Vordermann bringen zu lassen. "Vielmehr haben sich die Schmiede - passend zu unserer noch bis Anfang März zu sehenden Sonderausstellung über bergmännisches Geleucht - mit der Herstellung von Kienspan- oder Kerzenhaltern befasst. Das wiederum war in früheren Zeiten nur ein kleiner Teil der Aufgaben der Bergschmiede. Vielmehr hatten sie das Gezähe, das Werkzeug der Bergleute, in Ordnung gehalten beziehungsweise neues hergestellt", erklärte Wolfgang Fritzsche, der Chef des Pferdegöpels Lauta.

Einer der mitwirkenden Schmiede war Daniel Wange aus Sorgau. Er hat den Beruf des Schmieds ursprünglich erlernt und das Handwerk begeistert ihn auch heute nach wie vor. Beim Neujahrsschmieden im Marienberger Ortsteil war er wiederum zum ersten Mal dabei. "Zuhause habe ich auch eine Schmiedewerkstatt. Für das Neujahrsschmieden habe ich mir eine historische Darstellung eines Kienspanhalters herausgesucht, die ich als Vorlage verwendet habe", sagte Daniel Wange.

Zu Gast in der Bergschmiede auf dem Rudolphschacht war auch Werner Schuffenhauer. Er liebt das Klingen schwerer Hämmer auf glühendem Eisen oder dem Amboss, verbunden mit den Gerüchen nach Kohle und Rauch in der Schmiede. Der Lautaer schaute auch Daniel Wange über die Schulter. "Ich bin zum wiederholten Mal hier und finde es schön, dass sich auch heute noch Hobbyschmiede und echte Profis diesem Handwerk widmen und den Umgang mit Eisen und Feuer zeigen", sagte Schuffenhauer.


Höhepunkte am Pferdegöpel

Noch bis 3. März ist im Besucherzentrum neben der Dauerausstellung zum Bergbau im Marienberger Revier die Sonderausstellung "Bergmännische Geleuchte im Wandel der Zeit" zu sehen.

Das vom Dorfverein Lauta organisierte Oldtimertreffen findet am 8. Juni statt. Bei einer Mineralienbörse werden am 25. August wieder Bergbauzubehör, Mineralien, Fossilien, Bergbauliteratur und Schmuck gehandelt. Zum Tag des traditionellen Handwerks sollen am 20. Oktober ein Schauschmieden in der Bergschmiede erfolgen, Mineralien geschliffen und auch das Schnitzen demonstriert werden. Für die in der Vorweihnachtszeit stattfindenden Mettenschichten und Hutzenabende in der Scheidebank sollten sich Interessenten frühzeitig anmelden. (faso)

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