Mehrere heiße Spuren führen zum Erbauer der Pyramide

Bernd Eckner fragt sich schon seit Langem, wer das derzeit in Gelenau ausgestellte Familienerbstück geschaffen hat. Hinweise führen nach Buchholz und Crottendorf.

Gelenau/Gornsdorf.

"Das zieht ja ganz schöne Kreise." Bernd Eckner kann es gar nicht fassen, dass seine orientalische Pyramide offenbar kein Einzelstück ist. Der Gornsdorfer, der das Familienerbstück der derzeitigen Weihnachtsausstellung des Gelenauer Depots Pohl-Ströher als Leihgabe zur Verfügung stellte, hat infolge seiner in der "Freien Presse" veröffentlichten Suche nach dem Erbauer gleich mehrere Hinweise erhalten. Fest steht: Spuren führen nach Buchholz und nach Crottendorf.

"In Crottendorf soll ebenso eine Pyramide existieren, allerdings in Einzelteilen in Kartons verpackt. Da muss ich unbedingt mal hinfahren", hat sich Bernd Eckner vorgenommen. Der 75-Jährige erhielt zudem einen Anruf von einer knapp 80-Jährigen aus einem Münchner Vorort: "Die ehemalige Buchholzerin fühlt sich noch sehr mit ihrer alten Heimat verbunden und bekommt ab und zu Zeitungsausschnitte von Bekannten geschickt. Ihr Bruder sei wohl auch im Besitz einer solchen Pyramide."

Bei Hannelore Richter in Buchholz dreht sich ebenfalls ein Exemplar des orientalisch gestalteten Meisterwerks - noch wie ursprünglich mit dem Antrieb von Kerzenwärme. Seit dem Tod der Eltern ist es in ihrem Besitz - und wird jedes Jahr aufgestellt, versichert die 75-Jährige: "Mein Vater Max Langer hat so eine Pyramide in den 1920er-Jahren bei einem anderen Buchholzer - Max Schubert - gesehen. Der hat wohl fünf oder sechs Stück geschnitzt. Als mein Vater arbeitslos war, baute er die Pyramide nach." Hannelore Richter weiß noch von einem weiteren Exemplar: "Meine Cousine hatte ebenfalls ein Exemplar von Schubert, aber grün-weiß angestrichen. Das sah einfach furchtbar aus. Inzwischen wurde es verschenkt."

"Sie ist zwar kein Zwilling, aber eine Schwester könnte sie schon sein" - auch Peter Hunger aus Marienberg baut jährlich zur Adventszeit eine Pyramide ähnlichen Aussehens in seinem Speisezimmer auf. "Allerdings ist die obere Etage bei uns etwas anders gestaltet, nicht als Mauerwerk, sondern mehr aus einem Ganzen. Auch die Figuren habe ich anders aufgestellt", hat der Marienberger bei seinem Besuch im Gelenauer Ausstellungsdepot festgestellt. "Die Drehteller, die sich verzogen hatten, habe ich auch schon ausgewechselt."

Peter Hunger besitzt zudem noch die Original-Lichtertüllen sowie die mit Tapete beklebten Flügel. Seine Pyramide stammt ebenso aus Buchholz. "Ich habe sie von meinem Großvater, der erhielt sie Anfang der 1950er-Jahre von seinem Bruder. Der war Bäcker- und Konditormeister in Buchholz und hat sie wohl von einem dortigen Fleischermeister erworben", erzählt der 65-jährige Marienberger. "Es soll wohl nur wenige Exemplare davon gegeben haben."

Depot Pohl-Ströher Die Weihnachtsschau der Gelenauer Ausstellung sowie das Café im Spielzeugland sind noch bis 31. Januar jeweils Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 17. Januar zeigt das Fundus-Marionettentheater Dresden 11 und 15 Uhr das Stück "Die drei Schweinchen".

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