Neues Wohngebiet unweit der Stadtmauer geplant

Im Zentrum Marienbergs soll Bauland entstehen. Die Stadt hat das noch benötigte Grundstück vom Landkreis erworben. Damit verschwindet auch ein Schandfleck.

Marienberg.

Das Gelände unweit der Stadtmauer in der Nähe des Zschopauer Tors sieht nicht gerade einladend aus. Allen voran die alte Baracke, die seit Jahren leersteht. Die Stadt Marienberg versucht schon lange, etwas an diesem Zustand zu ändern. Nun nimmt das Vorhaben Fahrt auf. Dabei könnten gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Denn nicht nur der Schandfleck soll verschwinden. Auf dem Areal ist zugleich ein neues Wohngebiet geplant.

Schon seit 2011 beschäftigt sich die Stadtverwaltung mit dem Gelände an der Schillerlinde in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt, erklärt Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos). Das ehemalige Landratsamtsgebäude war in Besitz des Landkreises. Zweimal schon hatte der Eigentümer das 4200 Quadratmeter große Areal öffentlich zum Verkauf angeboten. Ohne Erfolg. Das Problem: der Preis.

Der Erzgebirgskreis verlangte mehr als 100.000 Euro. Die Gebote lagen deutlich darunter. Bei der zweiten Ausschreibung 2017 wollte die Stadt Marienberg als einziger Bieter 55.000 Euro zahlen. Nach nochmaliger Beratung stimmte der Kreis- und Finanzausschuss des Erzgebirgskreises dem Verkauf für diesen Preis zu. Allerdings unter Vorbehalt, dass die Landesdirektion Sachsen als Rechtsaufsichtsbehörde das Geschäft genehmigt. Im Dezember vergangenen Jahres segnete schließlich der Marienberger Stadtrat den Kauf ab. Und auch die Landesdirektion gab grünes Licht.

Nun hat sich der Technische Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung erneut mit dem Thema befasst. Denn die Stadt will nicht nur die Brache abreißen lassen, sondern das Gebiet inklusive angrenzender städtischer Flächen für Bauland erschließen. André Heinrich spricht von "schönen, stadtnahen Grundstücken". Das Gebiet - angrenzend an die Wohnbebauung in Richtung Turnvater-Jahn-Weg - soll eine Gesamtfläche von rund 9000 Quadratmeter umfassen, ergänzt Stadtsprecherin Gisela Clausnitzer. Zudem muss eine neue Zufahrtsstraße gebaut werden.

Die Stadt will nun ein Ingenieurbüro mit der Planung beauftragen. Der dafür notwendigen formellen Änderung im Bebauungsplan hat der Technische Ausschuss zugestimmt. Nach dessen Empfehlungsbeschluss muss am kommenden Dienstag auch der Stadtrat in seiner nächsten öffentlichen Sitzung das Vorhaben noch absegnen.

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