Russische "Nachtwölfe" reisen ein

Aufregung in Reitzenhain: Die Bundespolizei kontrollierte Mitglieder des Motorradclubs an der Grenze. Sie wollten aus einem ganz bestimmten Grund ins Erzgebirge.

Reitzenhain.

Beamte der Bundespolizei haben am Dienstagvormittag mit einem Großaufgebot den deutsch-tschechischen Grenzübergang abgesichert. Den Einsatz ausgelöst haben Biker. Genauer gesagt "Nachtwölfe", Mitglieder des russischen Motorradclubs, dessen Präsident Alexander Saldostanow ein gutes Verhältnis mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin pflegt.

Die Tour sei angekündigt gewesen, erklärt Anja Müller-Bartl, die bei der Bundespolizeiinspektion in Chemnitz für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Bei der Einreise in Reitzenhain kontrollierten 28 Beamte 67 Personen verschiedener Nationen sowie 55 Motorräder und 5 Autos. Dabei wurde überprüft, ob die notwendigen Einreisevoraussetzungen wie gültiger Grenzübertrittsdokumente und Visa vorliegen. Während der Kontrolle zwischen 10.30 und 11.20 Uhr sei der Verkehr nicht beeinträchtigt worden, ergänzt Müller-Bartl. Zudem seien keine Vorkommnisse registriert und keine polizeilich relevanten Feststellungen getroffen worden.

Sascha Aurich

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Die "Nachtwölfe" kamen aus einem bestimmten Grund ins Erzgebirge. Der Korso - begleitet von einem Großaufgebot der Polizei - fuhr weiter nach Aue, steuerte den Friedhof an der B101 in Aue an. Die Biker legten dort auf ihrer Gedenkfahrt zum Ende des Zweiten Weltkrieges einen Zwischenstopp ein, um ihrer im vergangenen Jahr verunglückten Freundin Diana Irmscher aus Aue zu gedenken. An ihrem Grab gab es eine Schweigeminute, ein Kranz und Blumen wurden abgelegt.

Die Biker sind am 26. April in Moskau gestartet und seitdem über Weißrussland, Polen, die Slowakei und Tschechien unterwegs. Nach ihrem Aufenthalt in Aue ging es für sie weiter nach Leipzig, Torgau und Berlin. Alexander Schulz von den "Nachtwölfen" geht davon aus, dass in Leipzig noch einmal 50 Motorradfahrer zur Gruppe dazustoßen, weitere in Berlin. In der deutschen Hauptstadt wollen sie den Treptower Park, das sowjetische Ehrenmal am Tiergarten, das Brandenburger Tor sowie die orthodoxe Kirche in Marzahn besuchen. Die Ankunft ist am 9. Mai vorgesehen, den die Russen als Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus feiern.

Die Mitglieder der "Nachtwölfe" vertreten nationalistische und christlich-orthodoxe Ansichten. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie das Erzgebirge angesteuert, um in Aue der Beerdigung von Irmisch beizuwohnen. Die Auerin stand den "Nachtwölfen" nahe, war aber kein Mitglied, da der Club Männern vorbehalten ist. Sie starb bei einem Unfall nahe Warschau.

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