Altstadt verbucht Gewerbe-Plus

Im Zentrum von Freiberg sind in diesem Jahr mehrere Läden und ein Hotel neu eröffnet worden. Aber es gibt auch Verluste.

Freiberg.

20 Firmen mehr: Die Anzahl der Gewerbebetriebe, die in der Freiberger Altstadt angemeldet sind, hat sich in den ersten drei Quartalen dieses Jahres auf 646 erhöht. "Darunter sind aber auch Firmen, die keine Verkaufsräume betreiben", schränkt Florian Hegewald von der Stadtverwaltung ein. Er ist seit August als Citymanager eingesetzt und weiß, dass der Innenstadthandel in Bewegung ist. Noch in diesem Monat werde beispielsweise ein Reisebüro in der Petersstraße eröffnet.

Auf der Gegenseite stehen aber auch Verluste. So hat der Bioladen "Grünkram" dicht gemacht, im benachbarten Bekleidungsgeschäft "Kokon" läuft ein Räumungsverkauf und die Modehauskette C&A hat angekündigt, ihre Filiale am Untermarkt zum Jahresende zu schließen.

Je nach Branche fällt auch das Urteil über die Entwicklung in der Altstadt aus. "Es geht abwärts", konstatiert Gerd Przybyla. Er ist Mitinhaber des Modegeschäfts "Fashaneta", das kürzlich von der Korngasse an den Obermarkt gezogen ist. Der Umsatz sei am neuen Standort zwar leicht gestiegen, liege aber weit unter den Erwartungen, so der einstige Stadtmarketingchef: "In der Stadt fehlen die Tagestouristen."

Anke Krause vom benachbarten Schreibwarengeschäft sieht das ganz anders: "Bei mir waren in diesem Jahr mehr Touristen als in den Vorjahren." Sie mache das unter anderem am Verkauf von Postkarten fest. Samstags lasse sie sich inzwischen von einer Chinesin helfen: "Wir haben viele Studenten von dort bei uns in Freiberg, die als Kunden zu mir kommen. Das ist richtig schön, wenn sich die Landsleute im Laden unterhalten."

Krause, die auch Chefin des Freiberger Gewerbevereins ist, verweist zudem auf das neue Hotel "Freyhof" am Untermarkt. Die Neueröffnung stärke ihre Zuversicht, dass weitere Ansiedlungen folgen werden. Ihr Urteil: "Ziel muss sein, das qualitativ hochwertige Angebot zu stabilisieren. Ein Sorgenkind ist und bleibt dabei aber die Petersstraße.

Möglicherweise tut sich in einem der großen Läden an diesem Boulevard demnächst aber etwas: Die früheren Räume der Fleischerei Gelbrich eigneten sich unter Umständen für das geplante Gourmet-Geschäft fürs Haustier, verrät Citymanager Hegewald. Mit der Geschäftsidee hatte Christian Richter aus Weißenborn den diesjährigen Gründerwettbewerb "Lebendige Innenstadt" gewonnen - er wird dafür von der Stadt, Sparkasse und weiteren Partnern bei der Umsetzung unterstützt.

Für Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) steht fest: "Wir müssen es nicht schön reden - unsere Stadt kann noch viele Händler vertragen ." Das zeige der zwar geringer gewordene, aber doch noch vorhandene Leerstand an Geschäften auch in der Innenstadt. "Aber", so der Rathauschef weiter, "wir müssen es auch nicht schlecht reden." Allein im laufenden Jahr hätten fünf Gewerbetreibende neue Ladengeschäfte in der Innenstadt eröffnet und einige seien auch hierher umgezogen: "Ich denke, dass unsere attraktive Altstadt nicht nur mit dem Angebot von Internet-Händlern mithalten kann, sondern deutlich mehr zu bieten hat."

Herbstfest Händler und Stadtverwaltung laden am Sonntag von 13 bis 18 Uhr in die Freiberger Innenstadt ein. Die Läden sind geöffnet, zudem gibt es unter anderem eine Museumsrallye, eine Automesse und eine Bühne mit Bockbieranstich. Rings um den Untermarkt läuft eine "Domviertel-Olympiade".

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