Briefaktion bringt einen Stein ins Rollen

Drei Frauen haben die Initiative "Ein Lächeln schenken" gestartet. Senioren in Pflegeheimen erhalten Post von Unbekannten, gefüllt mit liebevollen Worten und Bildern. Sie sollen Mut machen in Zeiten der Kontaktsperre.

Flöha.

Es war eine besondere Osterüberraschung: Dankbar haben die 79 Bewohner der Seniorenresidenz "Villa von Einsidel" die vielen schriftlichen Grüße entgegengenommen, die ihnen von der Aktion "Ein Lächeln schenken" ins Haus flatterten. Die Flöhaer Einrichtung war nur eine von mehreren, die in den vergangenen Tagen reichlich Post erhielten.

Die Aktion "Ein Lächeln schenken" wurde zu Beginn der Corona-Krise von der Falkenauerin Patricia Smolka gemeinsam mit Anja Pfeiffer und Betina Reinsch vom ambulanten Hospizdienst in Oederan ins Leben gerufen. Da die Bewohner vieler Pflegeeinrichtungen durch die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren teilweise völlig von der Außenwelt abgeschnitten sind, wollte man mit liebevollen Briefen, netten Grußworten oder einfach selbst gemalten Bildern den Senioren ein Lächeln schenken.

"Wir haben die Briefe an alle Bewohner weitergeleitet und Bilder in den Zimmern aufgehängt. Denjenigen, die nicht mehr selbst lesen können, haben wir die Briefe vorgelesen. Die Senioren sind sehr dankbar für die netten Zeilen", sagt Mandy Beyer vom Bereichssozialdienst der Seniorenresidenz "Villa von Einsidel". Neben den vielen Grüßen der Aktion gab es zudem auch reichlich Post von Angehörigen sowie anonyme Grußbotschaften, wie Mandy Beyer mitteilt. Auch schriftliche Dankesgrüße an das Team der Seniorenresidenz seien abgegeben worden. Alle hätten sich darüber sehr gefreut.

"Wir haben mit Beginn der Coronakrise zusätzlich bei uns in der Einrichtung Skype eingerichtet, sodass es die Möglichkeit gibt, auf dem Wege der Videotelefonie Angehörige gleichzeitig zu sehen und zu sprechen", sagt Mandy Beyer. Die Bewohner machten nun täglich davon Gebrauch.

Mit der Briefaktion "Ein Lächeln schenken" wurde ein Stein ins Rollen gebracht, der weit über die Grenzen Oederans hinaus Bekanntheit erlangte. "Wir haben Post von der Nordsee und sogar aus Schweden erhalten", sagt Patricia Smolka. Jeden Tag würden Menschen liebevolle Briefe an die für sie unbekannten Senioren schreiben. Viele Jugendliche seien dabei, die aus ihrem Leben berichten. "In der vorigen Wochen hat mir eine ehemalige Schülerin 70 Briefe mit selbst gefertigten Schmunzelsteinen gebracht", sagt die Lehrerin, die sehr glücklich über den Verlauf der Aktion ist.

Kinder würden bunte Bilder malen, viele selbst gebastelte Sachen bei ihr sowie beim ambulanten Hospizdienst in Oederan abgegeben. "Vor Ostern haben wir Körbe mit Briefen und Grüßen an acht Pflegeeinrichtungen in der Gegend verteilt. Das Hospiz in Oederan sowie andere Pflegeheime haben sich über die Post gefreut und sich bedankt", erzählt Patricia Smolka. Nun hofft die Falkenauerin, dass die Briefaktion auch nach Ostern weitergeht und damit vielen Senioren ein Lächeln geschenkt werden kann.

Adressen für Briefe:Patricia Smolka, Birkenstraße 37, 09557 Falkenau, E-Mail patricia-smolka@freenet.de oder Betina Reinsch, Ambulanter Hospizdienst, Kleine Kirchgasse 3, 09569 Oederan

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