Ein beschwerlicher Freundschaftsbesuch

Volontärin Eva-Maria Gey und Praktikantin Carolin Lange arbeiten derzeit in der Lokalredaktion der "Freien Presse" in Freiberg. Beide kommen jeden Morgen mit dem Zug zur Arbeit: Eva-Maria Gey aus Chemnitz, Carolin Lange aus Dresden. In der Serie "Nächster Halt" stellen sie Reisende vor, denen sie auf dem Arbeitsweg nach Freiberg oder auf ihrem Heimweg begegnen. Heute: ein Rentner aus Dresden.

Hans ist unterwegs nach Rochlitz, um eine alte Schulfreundin zu besuchen. Diese ist erblindet und langweile sich nun oft - er werde ihr sicherlich die ganze Zeitung vorlesen müssen, sagt der 92-Jährige schmunzelnd. Dafür fährt er mit dem Zug bis Burgstädt, wo er in den Bus umsteigen muss. Die neuen Züge beschleunigen so gut, sagt der studierte Elektrotechniker, daran erfreue er sich immer wieder. Zu seinem letzten Geburtstag hat sein Sohn ihm einen lang gehegten Wunsch erfüllt und ihm eine Fahrt mit dem ICE geschenkt. Aber trotz seiner Begeisterung für die Technik fährt Hans mittlerweile nur noch selten Zug. Das Erreichen der Anschlüsse sei in seinem Alter sehr anstrengend, und am Bahnhof in Burgstädt gäbe es nicht einmal mehr einen Imbiss, wo er auf seinen Bus warten könne.

Auch die Sache mit der Maske ist nicht immer leicht für ihn: erst am Bahnhof in Dresden habe er bemerkt, dass er seine zuhause vergessen hatte. Als er sich am Infostand erkundigen wollte, wo er noch eine bekommen könnte, habe ihm die Angestellte zu seiner Freude gleich eine geschenkt. Nun kann er beruhigt fahren, nur mit dem Anschluss wird es wohl wieder einmal knapp. (laca)

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