Erst nach dem Zickzack kommt das E-Bike

Rolf Börner fährt zum zehnten Mal beim beliebten Fahrradwettbewerb mit. Und der 80-jährige Freiberger hält noch einen weiteren Rekord.

Freiberg.

Als waschechter Freiberger, wie er selbst sagt, kennt Rolf Börner die Bergstadt sozusagen aus dem Effeff. Und er liebt das Fahrradfahren. Was also lag näher, als sich für jenes verrückte Radrennen durch die Stadt anzumelden, das unter dem Namen Fahrradzickzack weit über die Region hinaus bekannt ist. Die Jagd um die sogenannten Pneuros an den Stationen führt die Radler am 24. August wieder kreuz und quer durch die Stadt.

Mittendrin: Rolf Börner. "Ich bin seit dem ersten Zickzack dabei und will dieses Jahr zum zehnten und letzten Mal starten", sagt er. Und er hat noch einen Wunsch: Startnummer 80. Denn die entspricht genau seinem Alter. So habe er das in vergangenen Jahren bei seiner Teilnahme auch immer gehandhabt - Startnummer entsprechend dem Alter. Rolf Börner geht schon seit dem ersten Wettbewerb in Freiberg mit auf die Pneuro-Jagd - wohl als inzwischen ältester Teilnehmer.


"Beim 9. Zickzack habe ich auf dem Weg zur Brauerei als Erster an der Ampel gestanden und gewartet. Auf dem weiteren Weg haben mich dann 16 Fahrer überholt", erzählt der Freiberger lachend. Will heißen, dass er zwar sich selbst gegenüber Ehrgeiz hat, aber mit den jungen Leuten auf ihren modernen Fahrrädern nicht mithalten könne. Noch hat er ein normales Tourenrad, wie er sagt. "Aber nach diesem Zickzack will ich mir ein E-Bike kaufen. Mal sehen, welcher Händler das passende für mich hat", freut sich Rolf Börner schon jetzt darauf.

Angefangen mit dem Fahrradfahren hat der gelernte Zimmerer mit dem Eintritt in den Ruhestand 1999, wie er erzählt. In seinen 46 Berufsjahren sei er fast immer auf Montage unterwegs gewesen. Beim Unternehmen Schachtbau Nordhausen habe er als Bauleiter vornehmlich Untertage gearbeitet und mit dem Team vorwiegend im Erzgebirge Stollen und Schächte mit Beton ausgebaut. "Allein am Pumpspeicherwerk Markersbach war ich sieben Jahre tätig", erinnert er sich. Als mit der Wende die Aufträge weggebrochen seien, habe er zur Bahn gewechselt und dort bundesweit im Brückenbau gearbeitet. "Ich war als Bauleiter tätig, auch als 1993/94 die Altväterbrücke in Halsbrücke saniert wurde", nennt er ein Beispiel seiner Arbeit in der Umgebung. Mit dem Ruhestand 1999 kaufte sich Rolf Börner ein neues Fahrrad. "Ich brauchte nun andere Ausarbeitung", erklärt er. Radtouren führten ihn zunächst ins Kreisgebiet, auch bis Moritzburg dehnte er sie aus. Um die 2500 Kilometer hat er pro Jahr in die Pedalen getreten. Inzwischen sind es Strecken so bis zu 30 Kilometer einmal je Woche.

Schließlich braucht es ja für die anderen Hobbys auch noch Zeit. Mit dem Ruhestand trat Rolf Börner auch in die Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft ein. Und als Gästeführer im Bergkittel erkundet er zudem mit Gästen die Bergstadt. Er erzählt den Besuchern viel über seine Heimatstadt und ihre Besonderheiten, darunter über die Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft.

In dem Verein hält der heute 80-Jährige einen besonderen Rekord, den Bergmeisterpokal im Bierglasstemmen. Rekordzeit: 7 Minuten. Rolf Börner wollte es vor Jahren nicht auf den Freibergern sitzen lassen, als sie damals diesen Wettbewerb verloren. Er begann mit der Hantel zu trainieren - und sicherte seit 2007 alljährlich den Pokal für seine Heimatstadt.


Anmeldung zum Zickzack

Zwölf Stationen, die sich auf das Freiberger Stadtgebiet verteilen, stehen fest. Nicht alle müssen von den Radlern zwangsläufig angesteuert werden. Auch bei der zehnten Auflage des Wettbewerbs gehört neben Kraft und Ausdauer ein Quäntchen Glück dazu. Die Route wird gewürfelt. Ziel ist es, innerhalb von drei Stunden so viel Spielgeld (Pneuro genannt) wie möglich einzuheimsen.

Infos: Anmeldung zum Fahrrad-Zickzack bis 17. August per Coupon, aber auch vor Ort am Wettkampftag am 24. August zwischen 13.30 und 14.30Uhr. Weitere Infos im Netz unter www.freiepresse.de/ffz www.inpulz.de/fahrradzickzack.html

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