Forschungsinstitut weicht neuem Quartier

An der Gellertstraße sollen altersgerechte Wohnungen und eine Kita entstehen. Doch vor dem Aufbau kommt der Abriss.

Freiberg.

Joachim Wagner hat am Mittwochnachmittag das Gelände des ehemaligen FNE Forschungsinstituts für Nichteisenmetalle in Freiberg fotografiert. "Uns kann es nicht schnell genug mit dem Abriss gehen. Wir wollen doch in eine der altersgerechten Wohnungen einziehen, die hier entstehen sollen", sagte der Rentner. Er habe selbst von 1972 bis 2005 hier gearbeitet und dann noch seinen Nachfolger eingearbeitet. Wehmut? "Nein. Ich habe kürzlich die neue Firma in Brand-Erbisdorf besichtigt. Die ist sehr schön."

Unmittelbar zuvor hatten Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) und Andreas Böhnstedt, Leiter des Hochbau- und Liegenschaftsamtes der Stadt Freiberg, die Presse zu einem letzten Rundgang durch den Gebäudekomplex mit 4000 Quadratmetern Grundfläche eingeladen. "Bereits am Donnerstag beginnt der Abriss. Als erstes fällt das Gebäude an der Külzstraße", erklärte Amtsleiter Böhnstedt. Danach folgten der Flügel an der Lessingstraße, dann der Gebäudeteil an der Heinestraße und schließlich die ehemalige Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt". Letztere diene zwischenzeitlich noch als Baustellenunterkunft: "Da müssen wir keine Container auf das Gelände stellen."

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Der Rückbau sei "eine der größten Abbruchmaßnahmen in der Stadt", betonte Baubürgermeister Reuter. Auf dem rund 1,4 Hektar großen Areal zwischen Lessing- und Gellertstraße sowie Heine- und Külzstraße werde ein komplett neues Wohnquartier entstehen. Einen Fertigstellungstermin gebe es bislang aber nur für die Kindertagesstätte, die an der Ecke Lessing-/Külzstraße neu und größer entstehen soll: "Die muss bis 2020 stehen - wegen der Fördermittel."

Ersten Überlegungen zufolge habe das ehemalige FNE-Gebäude an der Lessingstraße stehen bleiben und für modernes Wohnen umgebaut werden sollen, erläuterte Reuter. Die Baustruktur mit Büro- und Laborräumen sowie Maschinensälen über zwei Etagen habe sich jedoch als dafür ungeeignet erwiesen. "Schon der Anbau von Balkonen, die heute bei Neubau unverzichtbar sind, hätten das Bild des Hauses komplett zerstört", urteilte der Baubürgermeister. Außerdem könne das neue Quartier in sich geschlossen gestaltet werden: "So können wir die Mischung von Miet- und Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe wunderbar einordnen." Die Kita erhalte eine großzügige Außenfläche im ruhigen Innenbereich, und es könnten seniorengerechte Wohnungen und Pflegeeinrichtungen mit ebenfalls großzügigen Außenflächen und geräumigen Pkw-Stellplätzen angeboten werden. Alle Rückbaumaßnahmen sollen bis Mitte Juli 2019 abgeschlossen sein.

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