Freibad in Oederan droht eine Investitionsflut

Der Rekordsommer hat dem Erlebnisbad Oederan die beste Besucherzahl der vergangenen 15 Jahre beschert. Und dennoch blicken die Betreiber mit Sorgen in die Zukunft.

Oederan.

Wasserrutsche, Erlebnisbecken, Sprungturm, solarbeheiztes Wasser, große Außenanlage - mit all diesen Pfunden wuchert das Erlebnisbad Oederan seit 25 Jahren. Es war eines der ersten dieser Art, die nach der Wende errichtet wurden und es gehört noch immer zu den beliebtesten Freibädern der Region.

Im gerade zu Ende gegangenen Sommer mit Dauerhitze kamen mehr als 45.000 Besucher - so viele wie seit 15 Jahren nicht. Dennoch sind es gerade die Attraktionen des Bades, die in absehbarer Zeit zu Problemen für den Haushalt der Stadt Oederan führen könnten.

Während der jüngsten Stadtratssitzung hob Marco Metzler, in der Verwaltung für das Bad zuständig, mahnend den Zeigefinger. "Auf uns werden in den kommenden Jahren größere Investitionen zukommen. Das kann noch ein wenig dauern, kann aber auch schon im kommenden Frühjahr richtig teuer werden", sagte Metzler. Gemeint sei damit unter anderem die Solaranlage, die für warmes Wasser in den Becken sorgt. Diese wurde seit Eröffnung vor 25 Jahren nicht erneuert, schadhafte Stellen wurden nur notdürftig geflickt. "Diese schadhaften Stellen werden immer mehr", so der städtische Wirtschaftsförderer Metzler. "Eine Solaranlage hält eigentlich 15 Jahre. Unsere ist schon zehn Jahre drüber." Eine Kompletterneuerung würde bis zu 50.000 Euro kosten.

Sorgen bereiten den Betreibern außerdem die Wasserpumpen. Auch die seien 25 Jahre alt, sagte Metzler. "Wir haben davon neun Stück, es ist fast ein Wunder, dass noch keine davon kaputt gegangen ist. Aber falls doch - eine einzige zu ersetzen kostet 10.000 Euro." Auch an den großen Rutschen sowie dem Edelstahlbecken seien aktuell Ausbesserungsarbeiten notwendig, so der Rathaus-Mitarbeiter.

Marco Metzlers Fazit: "Wir haben uns in alle Richtungen nach Fördermitteln umgesehen, es gibt dort leider keine Chance." Vielmehr müsse man bis zum Start der kommenden Saison die Eintrittspreise überdenken. "Wir sind in der Region das Bad mit dem niedrigsten Eintritt im Vergleich zu den Leistungen", so der Wirtschafts- und Tourismusförderer. "Und gleichzeitig haben wir seit Jahren die Eintrittspreise nicht erhöht." Die Tageskarte für einen Erwachsenen kostete im Sommer drei Euro.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...