Freiberg gedenkt des ersten Studenten der Bergakademie

Friedrich Heinrich Wilhelm von Trebra ist bis heute in Bergbaukreisen bekannt. Sein Todestag am 16. Juli steht unter einem ganz besonderen Zeichen.

Freiberg.

Der Universalgelehrte Alexander von Humboldt schrieb sich 1791 an der Freiberger Bergakademie ein und erhielt die Matrikelnummer 357. Das wurde öfters erwähnt, wird doch in diesem Jahr der 250. Geburtstag Humboldts begangen. So manchem stellte sich vielleicht die Frage, wer einst die Matrikelnummer 1 bekam, somit 1766 der erste offizielle Student der heutigen Ressourcenuniversität war. Dabei stößt man auf einen Namen, der in Bergbaukreisen nach wie vor bekannt ist.

Friedrich Heinrich Wilhelm von Trebra heißt er, geboren am 5. April 1740 im heute sachsen-anhaltischen Allstedt, verstorben am 16. Juli 1819 in Freiberg, hoch angesehen und im Amte des Oberberghauptmannes. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Donatsfriedhof. Der Blick auf das Sterbedatum verrät, dass es sich am morgigen Dienstag zum 200.Mal jährt.


Die Bergknappschaft Marienberg fühlt sich von Trebra heute noch besonders verbunden. Nach Beendigung seines Studiums wurde er dort Bergmeister, führte technische Neuerungen wie etwa die Wassersäulenmaschine als Ersatz für die Wasserräder ein. Doch ging sein Wirken darüber hinaus. "Er hat dort den gesamten Silberbergbau auf Vordermann gebracht", erzählt Knut Neumann, Vorsitzender der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft. "Er führte einen einheitlichen Lohn für die Bergleute ein und setzte sich für die sozialen Belange ein." Dazu zählte vor allem die Einführung einer Krankenversicherung. Auch setzte von Trebra das Tragen der bergmännischen Berufskleidung im Alltag durch und legte somit einen der Grundsteine für die heute noch populären Bergparaden.

Kein Wunder, dass die Marienberger Bergknappschaft den 200. Todestag von Trebras gebührend gedenken möchte. Sie wandte sich an die Freiberger Knappschaft, die sofort bereit war, sich daran zu beteiligen. Am morgigen Dienstag wird es ab 18 Uhr auf dem Donatsfriedhof eine Ehrenwache am Grabstein von Trebras geben. Ein Aufzug setzt sich vom Eingang Ostbahnhof her in Bewegung, hin zum Stein. Dort wird das Bergmusikkorps Saxonia musizieren und es sollen drei Reden gehalten werden. Eine davon ist die originale Grabrede, die damals zur Beerdigung am 19. Juli 1819 vom Geistlichen Samuel Gottlob Frisch gehalten wurde.

Bei genauer Ansicht des Textes fiel Knut Neumann Interessantes auf. Heute erinnert an von Trebra ein großer Steinquader, der ein wenig sorglos auf einer Wiese abgeladen scheint. "Doch in der Grabrede steht eindeutig etwas von einer Gruft", so Neumann. "Mit Sicherheit liegt von Trebra nicht an der markierten Stelle." Doch wo fand sich einst diese Gruft? Es ist nicht anzunehmen, dass die Bürger Freibergs, die Bergleute und auch seine adlige Familie es seinerzeit bei einem simplen Steinklotz beließen. Das hätte dem Rang und den Verdiensten dieses Mannes nicht entsprochen. Woher kam schließlich dieser "Ersatzstein" und warum wurde er überhaupt dort, in der Nähe der Jakobikirche, abgestellt? Alles Fragen, so Knut Neumann, die sich noch nicht beantworten lassen.

Von Trebras Leben war dem Bergbau gewidmet. Zwar zog er sich gesundheitsbedingt von 1795 bis 1801 auf sein sächsisches Rittergut in Bretleben zurück, wo er sich unter anderem der Schweinezucht widmete, konnte er dem Ruf nach Freiberg schließlich nicht widerstehen. Nach dem Tod des Berghauptmanns Carl Wilhelm Benno von Heynitz wurde er Oberberghauptmann über den gesamten sächsischen Bergbau. Dass er bei einem Besuch Ilmenaus Freundschaft mit Johann Wolfgang von Goethe schloss und dieser ihn auch in Freiberg besuchte, davon kündet noch heute eine Tafel über dem Zugang zum Schönbergschen Hof in der Kirchgasse.

Von Trebra hinterließ seine Spuren außerdem in Johanngeorgenstadt, Geyer, selbst in Clausthal im Harz, das heute als Gemeinde Clausthal-Zellerfeld eine Städtepartnerstadt mit Freiberg pflegt. Wenn man ihn und sein bis heute wirkendes Vermächtnis ehrt, geschieht dies vor einem besonderen Hintergrund. "Es wird dies die erste Veranstaltung unseres Vereins im Zeichen des Welterbes Montanregion sein", sagt Knut Neumann. Einen würdigeren Rahmen konnten die Knappschaften kaum finden. Und von Trebra selbst wäre höchstwahrscheinlich auch sehr damit einverstanden.

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