Freiberger küren Lieblingsprojekte

Bei der Abstimmung zum Bürgerhaushalt zeigt sich: Der Wiederaufbau des Hornbrunnens und ein Fitness-Pfad sind die Publikumsfavoriten

Freiberg.

Die Stadt Freiberg hat ihren Einwohnern Vorschläge des Rathauses zum Mittelfristigen Investitionsprogramm zur Abstimmung vorgelegt. Auch eigene Vorschläge konnten die Bergstädter beim sogenannten Bürgerhaushalt machen, der Investitionen von rund 15 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren umfassen soll. Nun ist die Abstimmung beendet. "Freie Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie viele Personen stimmten ab?

952 Freiberger haben sich laut Stadtverwaltung am ersten Freiberger Bürgerhaushalt beteiligt und insgesamt 15.382 Stimmen abgegeben. Dabei konnten die Freiberger nicht nur das Internet nutzen. Ein Stimmzettel wurde auch mit dem Amtsblatt verteilt.

Wofür haben die Freiberger vor allem gestimmt?

Zum einen liegen diejenigen Ideen vorn, die den Nachwuchs berücksichtigen. Das betrifft bei den Verwaltungsvorschlägen beispielsweise die Erweiterung des Albertplatzes um einen Wasserspielplatz. Baumaßnahmen an Kitas und Grundschulen werden ebenso befürwortet. Auch Verkehrsmaßnahmen erfahren große Zustimmung.

Und welche Vorschläge von Seiten der Bürger hatten Erfolg?

104 Vorschläge machten die Freiberger auf eigene Faust. Vor allem Straßenmaßnahmen, Spielplätze sowie verwilderte Grünanlagen waren gern genannte Themen. In der Gunst der Freiberger liegt aber die Jugendherberge vorn, die seit Jahren in der Diskussion ist: Rechnet man Ja- und Nein-Stimmen gegeneinander auf, überwiegen die Ja-Stimmen mit 136. Ein kombinierter Fuß- und Radweg zwischen Freiberg und Zug an der Berthelsdorfer Straße kam nach Abzug der Nein-Stimmen auf 100 Stimmen, die Wiedererrichtung des Hornbrunnens in der Bilanz auf 80 Ja-Stimmen. Zudem wünschen sich die Freiberger, dass der Kinopolis-Komplex mit neuem Leben gefüllt (101 Ja-, 24 Nein-Stimmen) und ein Outdoor-Fitnessplatz für Erwachsene (78 Ja-, 7 Nein-Stimmen) errichtet wird.

Gab es Überraschungen?

Für die Stadtverwaltung schon. Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) nannte als Beispiel die Sportstätte am Platz der Einheit, wo die Laufbahn und der Rasenplatz für knapp 780.000 Euro erneuert werden sollen. Für das Projekt stimmten nur 80 Freiberger, 141 missfiel es. Das Rathaus will die Maßnahme nun noch einmal erläutern. Denn die Fördermittel - rund 567.000 Euro - sind beim Freistaat bereits beantragt.

Wie geht es nun weiter?

Die Stadtverwaltung will das Ergebnis jetzt finanziell bewerten und eine Liste für die Stadträte erstellen, damit diese final abstimmen können. Bei vielen Wünschen der Freiberger will die Verwaltung aber unkompliziert handeln: So hat der Bauhof zugesagt, dass er beispielsweise das Gestrüpp am Mühlteich, das im Bürgerhaushalt kritisiert wurde, entfernen wird. Den Wunsch, den Spielplatz am Franz-Kögler-Ring herzurichten, reicht die Stadt an die Städtische Wohnungsgesellschaft und an die Wohnungsgenossenschaft weiter, die Eigentümer sind. Der Idee, einen Bolzplatz auf dem Seilerberg zu errichten, könnte die Verwaltung damit begegnen, indem sie den Fußballplatz an der Karl-Günzel-Schule für alle öffnet, sagte OB Krüger.

Wann steht der Bürgerhaushalt final?

Das ist noch nicht klar. Vielleicht kann der Stadtrat noch in diesem Jahr explizit über die Vorschläge der Verwaltung und der Bürger abstimmen. Die Verwaltung ist aber nicht sicher, ob dies zeitlich möglich ist.

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