Gewerbeverein steht vor der Gretchenfrage

Gemeinsam luden IHK, Händlervereinigung sowie das Citymanagement Freiberg zum ersten Innenstadtforum ein. Neben Erfolgsgeschichten kam dabei ein großes Problem zur Sprache.

Freiberg.

Erstmals fanden sich Gewerbetreibende der Freiberger Altstadt am Dienstagabend im Deutschen Brennstoff-Institut zu einem Innenstadt-Forum zusammen. Initiiert von der Regionalkammer Mittelsachsen der Industrie- und Handelskammer Chemnitz sowie Gewerbeverein und Citymanagement der Stadt Freiberg, waren rund 40Eingeladene dem Ruf gefolgt.

Ihnen wurden die Ergebnisse der repräsentativen Passantenbefragung vorgestellt, die im September und Oktober 2018 unter 454 Besuchern der Innenstadt durchgeführt wurde. Cindy Krause von der IHK betonte, dass das Fazit durchaus positiv sei. "Man kann stolz sein", sagte sie mit Blick darauf, dass die Befragten die sehr gute Mischung aus Handel und Gastronomie sowie die zahlreichen Veranstaltungen lobten. "Wir haben als IHK, was das angeht, ganz andere, schlechtere Entwicklungen in Mittelsachsen im Blick." Freiberg sei eine Einkaufsstadt, so das Resümee. Entwicklungspotenzial gebe es vor allem dabei, noch stärker Besucher aus dem erweiterten Umland anzuziehen.

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Von einer Erfolgsgeschichte sprach auch Citymanagerin Nicole Schimpke und meinte den Einkaufsgutschein der Silberstadt. Zwar habe man noch nicht die magische Hunderter-Marke an teilnehmenden Händlern geknackt, doch seien allein 2018 Gutscheine im Wert von rund 100.000 Euro ausgegeben worden. Nun existieren Überlegungen, in der Zukunft einen systembasierten Gutschein mit digitaler Aufladefunktion zu etablieren. Doch seien dafür noch viele Voraussetzungen zu schaffen.

Außerdem soll künftig die Frage der verkaufsoffenen Sonntage anders geklärt werden. Derzeit seien die gesetzlichen Anforderungen, die deswegen Jahr für Jahr erfüllt werden müssen, sehr hoch. "Andere Städte legen die Termine deshalb bereits gleich für fünf Jahre fest", sagte Schimpke. "Das wollen wir auch tun." Festgeschrieben wären dann, bei entsprechender Zustimmung, immer der erste und dritte Advent vor Weihnachten sowie die Sonntage zu Frühlings- und Herbstfest.

Anke Krause, Vorsitzende des Gewerbevereins, führte den Gedanken fort. "Es kann nicht sein, dass große Möbelhäuser scheinbar problemlos sonntags öffnen können und wir so große Probleme haben damit", sagte sie. Mit Blick auf das 175. Jubiläum des Gewerbevereins in diesem Jahr legte sie den Finger noch in eine andere Wunde. "Im Gewerbeverein sind genau fünf Mitglieder aktiv tätig", so Krause. "Und zwar der Vorstand." Ansonsten vermisse sie sowohl den Zusammenhalt der Händler als auch deren Willen, gemeinsam etwas zu erreichen. "Ich habe das Gefühl, wir sollen die Probleme immer nur erahnen", fuhr sie fort. "Wir müssen die Aufgaben auf breitere Schultern verteilen." Gebe es nicht bald ein Zusammenrücken, dann müsse spätestens zu den Jubiläumsfeiern Anfang September die Gretchenfrage gestellt werden, wohin und ob es mit dem Gewerbeverein weitergehen könne.

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