Iaaaahhh: Wo der Papagei den Esel nachahmt

Die Amazonen im Freiberger Tierpark belustigen die Besucher. Mitunter schlagen sie aber auch etwas über die Stränge. Doch das sind nicht die einzigen Neuigkeiten aus dem Minizoo an der Chemnitzer Straße.

Freiberg.

Ein tierisches Spektakel: Unmittelbar am Hauptweg des Tierparkes in Richtung Johannisbad sind weder Schafe noch Esel untergebracht - trotzdem schallt oft ein lautes Blöken oder ein beherztes "Iaaahhh" aus einem der Käfige. Denn der darin lebende Graupapagei mit dem Allerweltsnamen Bubi ist ein perfekter Tierstimmen-Imitator. Obendrein ahmt er Handytöne nach.

Auch seine gefiederten Mitbewohner sind nicht auf den Mund, oder besser auf den Schnabel gefallen. Die anderen Amazonen haben ebenfalls ihre Eigenarten. Ein Papagei quasselt alles nach, was Besucher sagen. Ein anderer flucht, was das Zeug hält. "Und das ist oft ziemlich deftig", sagt Tierparkchef Peter Heinrich und grinst vielsagend.

Er und seine Kollegen haben schon oft beobachtet: Eltern bringen ihre Kinder lieber außer Hörweite, wenn der Mecker-Papagei richtig loslegt und die Schimpfwörter nicht mehr jugendfrei sind. Wer die Papageien einmal richtig in Aktion erleben will, sollte sich aber Zeit nehmen. Nicht immer haben sie Lust zum Plappern.

Doch es gibt noch mehr Neuigkeiten aus dem Freiberger Tierpark. Am Donnerstagmorgen ist mit einem Kran die neue Brücke über das Bächlein an der Pferdeschwemme eingesetzt worden. Die Stahlbrücke ist zehn Tonnen schwer und über zehn Meter lang. Sie ersetzt ihre Vorgängerin aus Holz, an der der Zahn der Zeit genagt hatte. Die Investitionen sind laut Tierparkchef Heinrich im fünfstelligen Bereich.

Der Spielplatz am Eingang Goethestraße mit Doppelschaukel und Minibagger ist schon fertig. Der Tierparkförderverein finanzierte diese Anlage für die Jüngsten aus eigenen Mitteln. Als nächstes soll die Pergola im Rosengarten neben dem Tierpark erneuert werden. "Wir wollen im nächsten Jahr Weinpflanzen vom Schloss Proschwitz einpflanzen. Dessen Weinbaumeister wird extra herkommen und uns beim Pflanzen helfen", berichtet Heinrich. Schon jetzt gibt es im Rosengarten Wein. Eine große Rebe ist dran. "Wir staunen immer, dass keine Trauben geklaut werden", so Heinrich.

Vorgesehen ist zudem ein Alpakagehege, das über die Spende eines anonymen Stifters finanziert werden soll. "Die Planung läuft, ist allerdings schwieriger als gedacht", erläutert der Tierparkchef. "Wir wünschen uns, dass die Alpakas im nächsten Jahr kommen."

Ein Termin ist jedoch schon fest gesetzt: Zu Halloween ist Gruselzeit im Tierpark. Am 30. Oktober ist von 15 bis etwa 17 Uhr eine Veranstaltung für kleine und große Besucher geplant. "Schön, dass uns Birgitt Pasternak dabei unterstützt", sagt Peter Heinrich. Die langjährige frühere Leiterin des "Bunten Hauses", die Mitglied des Tierparkfördervereins ist, habe sich verschiedene Aktionen und Spiele ausgedacht. Zudem bietet Peter Heinrichs Frau Kathrin Kinderschminken an. Die Besucher können sich auch auf Gruselgeschichten freuen. "Ein bisschen schaurig wird es schon werden", verspricht Heinrich. Die Kinder können selbst gestaltete Grusel-Kürbisse mitbringen. Eine Jury wird diese begutachten. Die drei besten werden prämiert. Dazu der Tierparkchef: "Alle Kürbisse werden, bis sich alle daran satt gesehen haben, im Tierpark ausgestellt. Danach verfüttern wir sie an unsere Tiere."

Noch eine gute Nachricht: Die nächtliche Schließung des Tierparks hat sich Heinrich zufolge bewährt. Randale, Müllablagerungen und das verbotene Füttern der Tiere durch Besucher seien deutlich zurückgegangen. Hingegen hätten sich die Besucherzahlen der Anlage erhöht. Bereits bis jetzt zog der Tierpark 2019 um die 30.000 Besucher an - soviel wie im gesamten Vorjahr. Als Gründe nennt Heinrich auch die Präsenz im sozialen Netzwerk Facebook sowie die rege Arbeit des Fördervereins.

Halloween im Tierpark am 30.Oktober, 15 bis 17 Uhr, mit Spielen und Aktionen wie Knüppelkuchenbacken. Der Eintritt ist frei.

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