Immer schön heiter ...

Am Sonntag beginnt die fünfte Jahreszeit. Das Freiberger Prinzenpaar freut sich darauf ganz besonders. Aus mehreren Gründen.

Freiberg.

Teresa Hübler ist durch und durch angespannt, wenn sie an kommenden Sonntag denkt. Das gibt die quirlige junge Frau unumwunden zu. "Ich bin ein aufgeregtes Huhn", sagt sie. "Glücklicherweise holt mich Christoph immer wieder auf den Boden zurück." Dabei handelt es sich um Christoph Stange, der seit der vergangenen Freiberger Nachtschicht nicht nur im Privatleben Teresa Hüblers Partner ist.

Die zwei wurden nämlich auserkoren, an hervorgehobener Stelle in den kommenden Monaten die Silberstadt zu repräsentieren, ja sogar die Regierung zu übernehmen. Teresa und Christoph sind das Prinzenpaar des Freiberger Karneval Klubs (FKK), für dessen 34. Saison, die unter dem Motto "Immer heiter - Der Zirkus geht weiter!" steht. Traditionell wurden sowohl Motto als auch Prinz und Prinzessin zur Nachtschicht Anfang September vorgestellt. Doch erst am 11.11. geht die Regentschaft so richtig los.

Aber wie wird man eigentlich Prinzenpaar? "Ganz leicht", antwortet Achim Breßler, Vorsitzender des FKK. "Ich habe die beiden einfach beim Bergstadtfest angesprochen, ob sie es machen wollen." Man kannte sich schon von früher, und da Breßler auf der Suche nach den neuen Regenten war, fragte er mal, und hatte Glück, dass beide zusagten.

Allerdings erst nach einer kleinen Bedenkzeit. Beide haben ein kleines Kind, weshalb für solch eine Aufgabe Unterstützung der Familie nötig war. "Immerhin sind wir ab Ende Februar mehrere Tage nicht wirklich da", sagt Teresa Hübler. Die Großeltern sprangen aber ein, und so stand der Zepterübernahme nichts mehr im Wege.

Dass die beiden vorher noch nie etwas mit dem Karneval direkt zu tun hatten, merkt man ihnen nicht an. "Wenn, dann machen wir es richtig", scheint ihr Motto zu sein. Denn nach der Krönung im September nahmen sie an allen Stammtischsitzungen des FKK teil. Auch wer ihren Nachtschicht-Einstand verfolgt hat, will kaum vermuten, dass Christoph I. und Teresa I. vorher noch niemals (offiziell) närrisch unterwegs waren. Sogar in eigenen Harlekin-Kostümen waren sie erschienen.

Am Sonntag, wenn 11 Uhr 11 endgültig die fünfte Jahreszeit ihren Anfang nimmt, treten sie allerdings im klassischen Prinzenornat auf. Teresas Silberkrone macht noch ein paar Probleme, ist sie doch nagelneu und hat noch keine passende Halterung. Für ihren Auftritt üben die beiden bereits intensiv. Zum Thema Zirkus fällt ihnen da schon eine Menge ein, was sie auch nach der Übernahme der Rathausschlüssel umsetzen könnten. "Vielleicht wäre es ganz gut, die ganzen wild gewordenen Stadtoberhäupter zu zähmen", sagt Christoph Stange und schmunzelt in sich hinein.

Die Vorbereitungen für diesen ersten närrischen Höhepunkt laufen auf Hochtouren. "Das wird alles in einer zünftigen Kulisse stattfinden", verspricht Achim Breßler. Ein kleiner Zirkus wird aufgebaut sein, und die versammelten Narren dürften sich so manchen Schabernack haben einfallen lassen. "Wir rufen dazu auf, auch als Zuschauer verkleidet auf den Obermarkt zu kommen", so Breßler. "Wir hoffen auf einen vollzähligen Hofstaat und eine volle Manege."

Ab 10.40 Uhr setzt sich der kleine Karnevalsumzug am Schlossplatz in Bewegung. Das letzte Prinzenpaar wurde in einem Trabant-Cabriolet befördert. Teresas und Christophs Gefährt soll noch nicht verraten werden. Unter viel Tamtam wird Oberbürgermeister Sven Krüger den Rathausschlüssel dann herausrücken müssen.

Die eigentliche Saison startet am 28.Februar mit dem Weiberfasching in der Alten Mensa. Der Büttenabend folgt am 1. März, einen Tag später die Faschingsgala, beide ab 20 Uhr im Tivoli. Karten unter

www.freiberger-karnevalklub.de.


Das närrische Treiben erfasst die Freiberger Region - eine Auswahl an Veranstaltungen

Fest in Hand der Narren-Vereine ist die Region ab Sonntag. Hier und da haben die Jecken es sogar so eilig, dass sie bereits einen Tag zu früh feiern - ein durchaus närrisches Unterfangen.

So etwa in Sayda, wo das Dekorationskollektiv (DKS) am Samstag ab 19.30 Uhr unter der Überschrift "Wir feiern los ganz zünftig, nächstes Jahr wird's DKS 50" in die Sport- und Begegnungsstätte einlädt.

Der Halsbrücker Carneval Club ist elf Minuten früher am Start. Er lädt am Samstag ab 19.19 Uhr unter dem Motto "Einmal um die ganze Welt - in 90 Minuten" in die Aula der Oberschule zur 33. Saison ein. Allerdings wird hier erst ab Mitternacht der Rathausschlüssel erobert.

Im sonst so ruhigen Berthelsdorf kann man die Füße kaum still halten und lässt bereits am Samstag ab 19.30 Uhr im Gasthof Schmiedestern dem närrischen Treiben freien Lauf. Der Faschingsklub, der 2019 40 Jahre alt wird, hat die Saison unter das Motto "Ob Baby, Teenie oder Greis - beim FKB wird's allen heiß" gestellt.

Der Conradsdorfer Carneval Verein begeht seine 35. Saison, und zwar pünktlich am 11.11. ab 10 Uhr mit einem Frühschoppen im Festzelt am August-Bebel-Heim. 11.11 Uhr übernehmen die Narren die Regentschaft.

In Lichtenberg zeigt man sich ganz entspannt. Erst am 17. November ab 18 Uhr heißt es in der Turnhalle der Grundschule "Gebaut wird dieses Jahr überall, drum auf nach Lichtenberg zum Nachthemdenball".

Auch in Hetzdorf kennt man die Hektik nicht. Ebenfalls am 17. November, 18 Uhr beginnt in der Festhalle der "Dachboden-Ball". DJ Jens Auerwald sorgt für die Musik.

In Niederbobritzsch heißt es am 17.November ab 19 Uhr im "Goldenen Löwen": "Gegensätze ziehen sich an". (wjo)

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