Junior-Stadträte haben große Pläne

In Brand-Erbisdorf haben Kinder zum zweiten Mal ihren Junior-Bürgermeister gewählt. Der ist weiblich und zehn Jahre alt.

Brand-Erbisdorf.

Es war beinahe wie bei einer Wahl der Erwachsenen, als jüngst im Stadthaus die Kinder von Brand-Erbisdorf zum zweiten Mal ihren Junior-Bürgermeister und das Junior-Stadtparlament wählten. Helena Meißner ging als Siegerin um das Amt des Junior-Bürgermeisters hervor. Die Zehnjährige aus dem Stadtteil Mönchenfrei ist etwas größer als ihre Altersgenossen. Doch nicht nur deshalb fiel sie Heike Lorenz, der Leiterin des Kinder-, Jugend- und Freizeitzentrums (Jufz), auf. "Sie interessiert sich für sehr viel, bringt sich immer mit ein", so Lorenz. "Deshalb habe ich sie gefragt, ob sie kandidieren will."

2013 wurde in der Bergstadt das erste Jugendparlament ins Leben gerufen. Ein wenig erschrocken sei sie damals gewesen, wie viel Respekt die ersten dieser Parlamentarier der etwas höheren Altersgruppe vor der aktiven Kommunalpolitik und ihren Vertretern mitbrachten, berichtet Heike Lorenz. "Da lag der Gedanke nahe, dass man die Kinder schon viel eher mit diesen Strukturen und Abläufen bekannt machen müsse." So wurde die Idee des Junior-Stadtrates geboren. 2014 fand die erste Wahl statt. Maike Röstel wurde erste Junior-Bürgermeisterin, rückt jetzt, nachdem sie an Helena Meißner übergeben hat, auf in das Jugendparlament. Auf ihre Nachfolgerin wartet nun Arbeit, die durchaus auch repräsentativen Charakter haben kann. Etwa, wenn sie beim Stollenmarkt zur Weihnachtszeit mit Oberbürgermeister Martin Antonow das Backwerk anschneiden darf.

Seit April liefen im Jufz die Vorbereitungen auf die Wahl. Die Jungpolitiker sammelten Ideen, wie die Stadt verbessert werden kann, formulierten Wünsche und brachten sie zu Papier. Brand-Erbisdorfs Jugendbeauftragter Frank Brendler nahm die Kinder mit in die Verwaltung, wo sie den Mitarbeitern Fragen stellen konnten. Die Kandidaten für die einzelnen Ämter fertigten ihre Wahlplakate an und stellten sich vor.

Melina-Jolin Müller, Ian Blankenburg und Sam Vcelis gewannen dann in geheimer Wahl und sind nun als Junior-Stadträte wichtige Unterstützer von Helena Meißner. Diese hat konkrete Anliegen, die sie dem offiziellen Stadtrat vorlegen möchte. "Mir sind die Verkehrswege wichtig", sagt sie. "Beispielsweise wäre ein Zebrastreifen auf Höhe der beiden Schulen über die Berthelsdorfer Straße sehr wichtig." Als Bewohnerin von Mönchenfrei zeigt sie ein weiteres Problem auf. "Dort über die B 101 zu kommen, ist fast unmöglich." "Es würde helfen, für diesen Abschnitt das Tempo auf 70 Kilometer die Stunde zu verringern."

Melina-Jolin Müller hat andere Pläne für ihre Stadt. "Ich hätte gerne, dass auf einer der Wiesen eine Kids-Arena gebaut wird", sagt sie. "Mit Rutschen, Trampolinen und Kletterkrokodilen." Trampoline findet auch Ian Blankenburg super. Deshalb hat er auf sein Wahlplakat geschrieben, dass er ein solches für den Hort der Grundschule anschaffen würde. Sam Vcelis möchte den Markt verändern. "Ein neuer Springbrunnen wäre toll", meint er. "Denn der alte ist nicht mehr so schön."

Einmal im Monat wollen sich die kleinen Parlamentarier im JUFZ treffen. Ihr erster großer Termin wird die Teilnahme an einer Stadtratssitzung sein. Dafür wollen sie ein Plakat mit ihren Ideen vorbereiten.

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