Pack' die Badehose wieder ein: Die letzten Bäder beenden Saison

Der Herbst streckt seine Fühler aus, ins Freibad will jetzt keiner mehr. Die Betreiber sind zufrieden. Den größten Klärungs- bedarf gibt es vermutlich am Erzengler.

Freiberg.

Ein kühler Mai und drei sonnige Sommermonate liegen hinter den Schwimmmeistern und Rettungsschwimmern der Region. Jetzt werden die Anlagen runtergefahren, die Becken gesäubert und die Bäder winterfest gemacht. Die "Freie Presse" hat in zehn umliegenden Bädern nachgefragt, wie die Saison lief.

Erzengler Brand-Erbisdorf: "Es war eine ungewöhnliche Saison", schätzt Nicole Richter ein. In der Stadtverwaltung ist sie für das Naturbad Erzengler Teich zuständig. Im Juni musste das Bad für zwei Wochen geschlossen werden, da alle drei Fachangestellten für Bäderbetriebe erkrankt waren, zwei davon länger. Dann öffnete es wieder - als Badestelle. Zwar wurde kein Eintritt verlangt, dafür waren Wasserrutsche und Badesteg aus versicherungsrechtlichen Gründen gesperrt. Rettungsschwimmer waren vor Ort, und wenn eine Fachangestellte da war, wurden Rutsche und Steg geöffnet, so Richter. Sie schätzt, dass zwischen 18.500 und 19.000 Gäste da waren. 2018 waren es rund 36.000. Wie es 2020 weitergeht? "Dazu werden die Stadträte mit ins Boot geholt", sagt Richter. "Fakt ist, das Bad soll auf jeden Fall bestehen bleiben. Geklärt werden muss die Form: ob als Freibad oder als freie Badestelle."


Johannisbad Freiberg: 23.304 Badegäste besuchten diesen Sommer das Freibad, 2018 kamen 29.945. Axel Schneegans von der Freiberger Bäderbetriebsgesellschaft zeigt sich zufrieden, "auch wenn die Besucherzahlen in den Sommerferien teilweise sehr verhalten waren". 1678Gäste wurden am 26. Juni gezählt. Überhaupt sei der Juni 2019 der besucherstärkste Juni seit der Eröffnung 2002 gewesen. Größere Unfälle seien nicht passiert. 2020 werde das Planschbecken saniert. Das Waldbad - seit längerem wegen Munitionssuche gesperrt - kann 2020 teils wieder genutzt werden.

Sumpfmühle Hetzdorf: Mit seiner ersten Saison ist Sebastian Thümmler "in Summe ganz zufrieden". Seit November 2018 ist er Chef des Fördervereins Sumpfmühlenbad, der das Bad betreibt. Eine Gesamtbesucherzahl könne er noch nicht nennen, aber: "Am 30. Juni hatten wir 2836 Gäste." 2020 sollen die Filteranlagen weiter saniert werden. Thümmler sucht einen Fachangestellten für Bäderbetriebe: "Wir haben einen, aber er ist schon 70, wir wollen eine Perspektive haben."

Erlebnisbad Mulda: Das Freibad zählte laut Schwimmmeister Roy Aumann fast 22.500 Besucher (2018: ungefähr 27.000 Gäste). Höhepunkte waren die Veranstaltung "Mulda feiert" und die dabei begonnenen Ortsmeisterschaften im Beachvolleyball, die noch laufen. Dieses Jahr habe es zwei Wasserrettungen gegeben. In beiden Fällen habe es sich um vierjährige Mädchen gehandelt, die in das Erlebnisbecken gefallen waren. "Reanimieren mussten wir nicht. Wir waren immer schnell genug da", so Aumann. Er hofft, dass vor Beginn der Saison 2020 mindestens zwei der vier maroden Durchschreitebecken erneuert werden.

Naturbad Naundorf: Arndt App-ler vom Naundorfer Touristikverein hat rund 3000 Gäste gezählt, allein an einem heißen Junitag 380 - und ist damit sehr zufrieden. Höhepunkt war das Fest zum 85. Geburtstag des Freibades. 2020 will der Verein in ehrenamtlicher Tätigkeit das Dach und die Wasserzuführung zum Sanitärbereich erneuern; die Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf unterstützt das mit 2000 Euro.

Freibad Neuhausen: Annähernd 14.000 Besucher zählte Schwimmmeister Udo Kastner diesen Sommer, "nicht die schlechteste Saison", findet er. Der Juni sei super gelaufen, in den Sommerferien sei wetterbedingt nicht so viel los gewesen.

Ökobad Rechenberg: Jens Fischer, Pächter des Ökobades in Rechenberg-Bienenmühle, hat diese Saison rund 4000 Besucher gezählt. Das seien geringfügig weniger als in den Vorjahren, "aber die Saison war gut, ich bin ganz zufrieden" sagt er. Für 2020 kündigt Bürgermeister Michael Funke an, dass mit der Sanierung von Holzsteg, sanitären Anlagen und Duschen, Fassade und Umzäunung begonnen wird. Die Modernisierung werde über das Leader-Programm gefördert und soll zu Saisonbeginn 2020 abgeschlossen sein.

Romanusbad Siebenlehn: Herbert Grahl ist Chef des Fördervereins, der sich mit Unterstützung von Sponsoren um den Betrieb der Anlage kümmert. Er sagt: "Ein Hauch Sahara lag in dieser Saison über dem 87-jährigen Romanusbad." Die Hauptsaison habe Hitzerekorde und eine sehr gute Resonanz gebracht. Besucherzahlen nannte Grahl noch nicht. Aber soviel sei schon klar: Die Badesaison werde bis zum 29. September verlängert. Danach beginne dann die "Kaltwassersaison". Schwimmmeister Marcel Säurich ist (noch) kein Eisbader. Als diesjährige Höhepunkte nannte er die 25.Beachparty und das Beachvolleyballturnier.

Badepark Reinsberg: Sehr zufrieden "mit unserer zweiten Saison" zeigt sich Ute Flemming. Sie ist die Chefin des Vereins Reinsberg.Erleben, der sich um das Management der Einrichtung, zum Beispiel um Kasse und Personal, kümmert. Die Kommune ist für Strom, Technik und Wasser zuständig. Dieses Jahr kamen rund 18.500 Gäste - und das trotz der Umleitung wegen Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Dittmannsdorf. 2018 waren es 22.000 Gäste. In diesem Jahr hat der Verein den 3-Meter-Turm auf eigene Kosten wieder aufgebaut. Neben der Turmweihe gab es ein Badfest. Flemming lobt den Chef des Siebenlehner Badvereins, Herbert Grahl: "Bei Fragen kann ich ihn jederzeit anrufen." Nicht ein einziges Mal musste 2019 ein Krankenwagen gerufen werden. 2018 war das viermal der Fall, zum Beispiel, weil ein Junge vom 1-Meter-Brett sprang und wieder auf dem Brett landete.

Freibad Weißenborn: Mit 21.500 Gästen blickt Schwimmmeister Jörg Kempa auf "ein gutes Jahr", wie er sagt. Der neue Matschspielplatz sei bei Kindern und Erwachsenen gut angekommen. Einmal sei im Badgelände jemand ausgerutscht und habe sich den Arm ausgekugelt, ansonsten sei er froh, dass nichts weiter passiert sei. 2020 soll ein neuer Bodenstaubsauger gekauft werden.

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