Plakate werden Ziel von Vandalen

Wahl 2019: Betroffen sind mehrere Parteien

Freiberg.

Dass Wahlplakate heruntergerissen, beschmiert und zerstört werden, gehört für die Parteien zum Alltag. Aktuell klagt Dr. Rolf Weigand, der Direktkandidat der AfD im Wahlkreis 19, über Vandalismusschäden. Mehr als 20 Plakate, die entlang der B 101 in Obergruna, Siebenlehn, Freiberg und Frauenstein aufgehängt worden waren, wurden seinen Aussagen zufolge entfernt. Außerdem seien in Tuttendorf Plakate mit Sprüchen wie etwa "Rassismus ist keine Alternative" überklebt worden.

Landtagsabgeordneter Weigand sagt, dass sich die Fälle häufen, und nennt es "eine Schande für die Demokratie, wenn Plakate abgerissen, verschandelt oder beschädigt werden". Für den Kleinvoigtsberger steht fest: "Demokratie heißt auch, die Meinung des anderen zu ertragen."


Polizeisprecherin Jana Ulbricht bestätigt, dass Anzeigen vorliegen; und zwar für acht Plakate der AfD, auf die Unbekannte in Frauenstein verschiedene Sprüche geklebt hatten. Zudem verweist die Beamtin auf einen Fall aus Freiberg. Hier hatte jemand an der Chemnitzer Straße ein AfD-Plakat vom 29. auf den 30. Juli heruntergerissen und in einer Altpapiertonne entsorgt.

Vandalen nehmen aber keineswegs nur die Rechtspopulisten ins Visier. Sämtliche Parteien sind betroffen. Polizeisprecherin Ulbricht verweist auf einen besonders krassen Fall. An der Anton-Günther-Straße riss am vergangenen Donnerstagabend ein 34-jähriger Mann fünf Wahlplakate von Laternenmasten herunter - zwei von der CDU, zwei von der FDP und eines von den Grünen. "Der Mann stand erheblich unter Alkoholeinfluss", ergänzt Jana Ulbricht.

Insgesamt 19 Straftaten, vorrangig Diebstähle und Sachbeschädigungen, verzeichnete die Polizei in Mittelsachsen im Juni und Juli. Zum Vergleich: In Chemnitz waren es lediglich 9, im Erzgebirgskreis sogar nur 2. Jana Ulbricht macht zugleich deutlich, dass nicht alle Fälle angezeigt werden und manche später.

Eine Sache ist jedoch auffällig: Im Kommunal- und Europawahlkampf registrierte die Polizei für April und Mai deutlich mehr Vorfälle als im jetzigen Landtagswahlkampf. (acr)

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