So richtig nett ist's nur im Bett

Den Schlagerklassiker haben sich Tom Schröder und seine Mitarbeiter zum Motto gemacht. Der vor 30Jahren von seinen Eltern in Brand-Erbisdorf gegründete Betrieb reinigt Bettfedern - aber längst nicht nur das.

Brand-Erbisdorf.

Wenn sich die Tür zum Bettenfachgeschäft Schröder am Silberweg in Brand-Erbisdorf öffnet, ertönt nicht nur der obligatorische Klingelton. Die Kunden werden mit der Eingangsmelodie eines Schlagerklassikers von Peter Alexander begrüßt, der schon 1975 wusste "So richtig nett ist's nur im Bett". Noch heute ist diese Zeile das Motto von Geschäftsinhaber Tom Schröder und seinen fünf Mitarbeitern. Gemeinsam feiern sie in diesem Jahr drei Jubiläen. 25 Jahre nämlich existiert bereits die Filiale in Dippoldiswalde, und seit 20 Jahren ist Tom Schröder mittlerweile selbstständig. Das älteste Jubiläum betrifft aber das Stammhaus des Unternehmens in Brand-Erbisdorf.

Denn hier nahm am 1. Februar 1988 alles seinen Anfang, als die Gewerbeerlaubnis zum Betreiben einer Bettfederreinigung an Tom Schröders Eltern Brigitte und Volker erteilt wurde. Mit einem Lächeln im Gesicht blättert der heutige Chef in einem dicken Fotoalbum, zeigt die Bilder von damals. "Wir hatten von Anfang an Aufträge ohne Ende", erinnert er sich. "Damals mussten wir auch für das Textilreinigungskombinat arbeiten, und die Auftragsbücher waren voll bis 1996." Die politische Wende veränderte alles. Doch hatten Tom Schröders Eltern eine großartige Idee. "Viele hatten damals auf dem Land Schafwolle auf dem Dachboden", erzählt er. "Und meine Eltern kamen darauf, daraus Bettdecken und -kissen zu machen." Der Erfolg stellte sich bald ein. Man habe damals sowohl den Kaffeefahrten entgegengewirkt als auch das Unternehmen gerettet, ist sich Tom Schröder heute sicher.

Das Haus der Familie, erbaut im Jahr 1757, wurde bald zu klein, weshalb sich die Familie 1991 zu einem Bau entschloss, der die Lücke zur benachbarten Scheune schloss. Ein Jahr später wurde auch diese Scheune Teil eines Verkaufsraumes. Bereits 1991 eröffneten Schröders eine Filiale in Hartmannsdorf nahe Frauenstein. Da der Vermieter die Räume 1993 selbst benötigte, fand man in Dippoldiswalde einen neuen Standort, der bis heute von den dortigen Kunden sehr geschätzt werde. 1998 kam ein Bettenshop in Freital dazu, der aber nach dem Hochwasser 2002 geschlossen werden musste. Zwischenzeitlich war der Betrieb auch in Nossen vertreten. Seit 2000 existiert noch ein Geschäft in Olbernhau. Drei Standorte seien für ihn, nachdem er 2013 die Geschäftsführung von den Eltern übernommen hatte, zu meistern, so Tom Schröder.

Die Reinigung von Bettfedern ist immer noch ein Hauptkern der Firma. In den hinteren Räumen, gleich neben der modernen Anlage, steht eine Maschine, die schon so manches Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Dabei handelt es sich um die Bettfedern-Bearbeitungsmaschine Typ A.W.E. 1 aus dem Jahr 1946, gefertigt in der Fabrik von August Wallmeyer in Eisenach. Missen möchte Tom Schröder sie auf keinen Fall. "Sie verrichtet absolut zuverlässig ihren Dienst", sagt er. "Und das trotz ihres Alters." Durch ein kleines Fenster sieht man die Federn umher wirbeln. Der Schmutz wird im unteren Bereich der Apparatur gesammelt.

Kunden bringen ihre Federbetten zu Schröders, wo sie gereinigt und neu aufgefüllt werden. Im Geschäft findet sich zudem die eigene Kollektion, darunter sogar eine Jubiläumsedition, die in diesem Jahr erschienen ist.

Die Federn für all das holt Tom Schröder direkt bei den Geflügelhaltern aus der Region. Kuschelig, weich und warm seien die Decken, Eigenschaften, die gerade jetzt in der kalten Jahreszeit besonders geschätzt würden. Wie Tom Schröder es schafft, sich nicht jeden Tag in diese Herrlichkeit fallen zu lassen, sondern stattdessen unermüdlich unterwegs ist, um neues Material zu beschaffen oder an den jeweiligen Standorten auch direkt für seine Kunden ansprechbar zu sein, bleibt allerdings sein Geheimnis.

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